Habibi Kiosk: Kritisches auf Münchner Nobelmeile

Wie macht ein Theater mit neuer Intendantin auf sich aufmerksam, wenn die Bühnen geschlossen sind? Barbara Mundel setzt an den Münchner Kammerspielen nicht nur auf das Internet.
| AZ/dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
In blauem Licht leuchtet der Innenraum des Habibi Kiosk der Münchner Kammerspiele in der Maximilianstrasse, auf der eine Trambahn fährt.
In blauem Licht leuchtet der Innenraum des Habibi Kiosk der Münchner Kammerspiele in der Maximilianstrasse, auf der eine Trambahn fährt. © Felix Hörhager/dpa/Archivbild

München - Seit Anfang Februar gibt es den Habibi Kiosk, einen umgebauten Kassenraum mit großen Fenstern an der Maximilianstraße.

Dort könnten sich alle einfinden, "die auf der Suche sind, nach Wahrheit, Schönheit, Glück und Unglück - mit aber auch ohne Maserati unter'm Arsch", hatte das Theater zum Start von Mundels Intendanz im Herbst angekündigt.

Lesen Sie auch

Das mit dem Einfinden klappt momentan nicht. Dafür bietet der Kiosk Einblicke etwa bis zum 26. März mit der Ausstellung "Through a Window" der syrischen Künstlerin Sulafa Hijazi. Ihre digitalen Kunstwerke verändern sich, je nachdem, aus welchem Blickwinkel man sie durch die Fenster betrachtet. Und hin und wieder tummeln sich im Kiosk Menschen, so bei "Dr. Bergs Ferndiagnosen" mit Fabian Moraw oder der "Habibi Keks Radioshow", alles auch im Internet zu sehen.

Ein Kiosk für Tanztees, Gesprächsrunden, Konzerte

Doch eigentlich ist der Kiosk als Treffpunkt gedacht für Leute verschiedenster Herkunft und Kultur, mit Tanztees, Gesprächsrunden, Konzerten und anderem. "Wenn wir gemeinsam Zukunft gestalten wollen, dann brauchen wir Antworten von allen. Nur wenn wir Perspektiven abseits der öffentlichen Wahrnehmung einbeziehen, kommen wir gestärkt aus der Krise heraus", sagen die Kuratoren Sebastian Reier und Rania Mleihi, die mit dem Goethe-Institut kooperieren.

Die Themen sind vielfältig, von den Schicksalen von Migranten, über die Lage von Künstlern bis hin zur Armut im reichen München.

Münchner Kammerspiele: Künstlerische Konsumkritik

Und das auf der Nobelmeile, wo Edelmarken wie Chanel, Bulgari oder Gucci residieren und teure Sportwagen vorfahren. Mit dem konsum- und gesellschaftskritischen Kiosk haben die Nachbarn wohl kein Problem.

"Von dort kommen extrem gute Signale", berichten Reier und Mleihi. Auch Gutbetuchte sind zudem willkommen: "Wenn alles gut läuft und wir die Tür für Publikum öffnen können, wird es ein Ort an dem Menschen zusammenkommen, die sich sonst nicht treffen."

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren