Die Inzidenz steigt und die Zuschauerräume bleiben leer

Die Zuschauerräume der Münchner Theater bleiben vorerst leer. Wer bereits einen Spielplan verkündet hat, muss ihn wieder umwerfen.
| Robert Braunmüller
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Der Intendant Josef E. Köpplinger auf einer der Probebühnen des Staatstheaters am Gärtnerplatz.
Der Intendant Josef E. Köpplinger auf einer der Probebühnen des Staatstheaters am Gärtnerplatz. © Sven Hoppe/dpa

München - Ab kommenden Montag hätten - eine Inzidenz unter 100 vorausgesetzt - die Münchner Theater wieder spielen wollen. Die Schauburg hatte für diesen Tag bereits um 11 Uhr eine Vorstellung angesetzt, das Gärtnerplatztheater und das Volkstheater wollten am Freitag Premieren von Giancarlo Menottis "Das Medium" und von Shakespeares "Macbeth" herausbringen.

Keine Öffnung der Münchner Bühnen: Reiter begründet dies mit steigender Inzidenz

Die Bayerische Staatsoper und das Residenztheater blieben bis Donnerstag ihre für Mitte der Woche angekündigten Spielpläne schuldig. Aus gutem Grund: Am selben Tag erklärte Oberbürgermeister Dieter Reiter, dass die Stadt den vierten Schritt des Öffnungsplans der Bundesregierung nicht einleiten werde. Er hätte neben Schanigärten auch eine Öffnung der Theater erlaubt. Reiter begründete den Verzicht auf weitere Öffnungen mit dem Fehlen einer "stabilen Entwicklung" sinkender Inzidenzwerte.

Die sind innerhalb von nur zwei Wochen von 45,61 auf 68,79 (Donnerstag, 18. März) gestiegen. Reiter verwies auch auf die Konferenz der Ministerpräsidenten am Montag, von der weitere Festlegungen zu erwarten seien. Aus den Theatern war immer wieder auch zu hören, dass das Prozedere mit den Schnelltests vor den Vorstellungen ungeklärt sei. Ein Haus habe Tests in ausreichenden Mengen gekauft, andere nicht. Und offenbar scheint es auch rechtlich unklar zu sein, ob diese Käufe überhaupt aus dem Etat finanziert werden dürfen.

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Theaterszene zeigt sich enttäuscht über Ende der Lockerungen

In den Theatern löste das Ende der Lockerung naturgemäß wenig Begeisterung aus. "Mir fehlt jegliches Verständnis für derart undifferenzierte politische Handlungen", sagte Josef E. Köpplinger, der Intendant des Gärtnerplatztheaters. Es gebe Bereiche, die sicher seien. Dazu zählen an erster Stelle Theater mit erproben Hygienemaßnahmen. "Eine weitere Schließung dieser sicheren Kulturstätten widerspricht jeglicher Logik und ist eine für mich nicht nachvollziehbare Entscheidung. Corona wird uns noch länger begleiten. Wir haben eine Lösung, damit umzugehen. Also macht die Theater auf - und lasst sie offen!", so Köpplinger weiter.

Münchner Kammerspiele setzen digitalen Spielplan fort

Die Münchner Kammerspiele hatten ihre erste Vorstellung ohnehin erst für den 9. April angekündigt. Das Haus setzt bis dahin seinen digitalen Spielplan fort. Dazu gehört die Video- und Audioinstallationen "Solidarität - Archive of messages: Words in Motion" von Barbara Ehnes. Dieser Parcours ist vom 22. März bis 30. April täglich von 16 bis 21 Uhr in den Außenfenstern des Theaters zu sehen. Am 26. März folgt als Stream aus dem Schauspielhaus "Money makes me cry" von Jan Bosse mit Wiebke Puls. Am gleichen Tag beginnt nach gegenwärtigem Stand der Kartenvorverkauf für die Aufführungen in der ersten April-Hälfte, die am 9. April mit Oliver Zahns "Arsenal" im Werkraum einsetzen.

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Einen Tag später kommt Wolfram Lotz' "Die Politiker" in der Inszenierung von Felicitas Brucker als Premiere im Schauspielhaus heraus. Einen weiteren Text von Lotz wollen Ende April die Studierenden der Falckenberg-Schule auf die Bühne des Werkraums zeigen. Am 11. April folgt dann die dritte Premiere: "Jeeps", eine Komödie in drei Akten von Nora Abdel-Maksoud. Die Regisseurin, die den Kammerspielen in den nächsten Jahren kontinuierlich verbunden sein wird, verfasste auch den Text für die Produktion, die im Schauspielhaus zu sehen sein wird. Premiere Nr. 4 ist die Choreografie "Fäden" von Ivana Müller mit dem Dance On Ensemble sowie Jelena Kuljiæ, Anna Gesa Raija Lappe, Walter Hess und André Benndorf aus dem Ensemble des Hauses in der Therese-Giehse-Halle (vormals Kammer 2).

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