Der UniCredit Opern-Chor debütiert auf dem Odeonsplatz

Bei der UniCredit Festspiel-Nacht singen Mitarbeiter der Bank mit dem Chor der Staatsoper
| Robert Braunmüller
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Markus Hösel-Wechner (li.) und Nicole Böcher (re.) singen im UniCredit Opern-Chor, den Amelie Erhardt (2.v.l.) einstudiert hat und den Stellario Fagione (2.v.r.) auf dem Odeonsplatz dirigiert.
Wilfried Hösl Markus Hösel-Wechner (li.) und Nicole Böcher (re.) singen im UniCredit Opern-Chor, den Amelie Erhardt (2.v.l.) einstudiert hat und den Stellario Fagione (2.v.r.) auf dem Odeonsplatz dirigiert.

Singen ist ein Ausdruck der Seele“, sagt Stellario Fagone, der stellvertretende Leiter des Chors der Bayerischen Staatsoper. „Und damit ein menschliches Bedürfnis wie die gemeinsame Arbeit an einem Ziel. Chorgesang bringt beides zusammen. Deshalb hat diese Art des gemeinsamen Musikmachens eine große Zukunft. Da bin ich optimistisch.“

Über die Zukunft von Chören weiß Fagone bestens Bescheid: Er leitet den 130-köpfigen Kinderchor der Bayerischen Staatsoper, der über Nachwuchs nicht klagen kann. Die Kinder sind ein Teil des großen Chors, den der gebürtige Turiner am 29. Juni bei der UniCredit Festspiel-Nacht dirigiert: Zusammen mit 100 Mitarbeitern der HypoVereinsbank und 16 Profisängern der Bayerischen Staatsoper formieren sie sich für Musik von Verdi und Weber auf dem Odeonsplatz zum 220-köpfigen UniCredit Opern-Chor.

Verwöhnt vom Enthusiasmus

Anlass ist das 150-jährige Bestehen der Bank. Im Chor spiegeln sich die vielfältigen Hintergründe und Kompetenzen der Mitarbeiter wider, ohne die ein erfolgreiches Unternehmen nicht so alt werden würde. Ursprünglich rechnete man mit rund 75 interessierten Mitarbeitern. Der Andrang war groß: Nun sind es 100 singende Mitarbeiter, die zusammen mit den Profis aus der Staatsoper das Trinklied aus „La traviata“, den Gefangenenchor aus „Nabucco“ und den Jägerchor aus dem „Freischütz“ singen werden. Die meisten kommen aus München und Umgebung, einer aber reist für die Proben sogar aus Hamburg an.

Die Musikpädagogin Amelie Erhard bereitete die Mitarbeiter der Bank auf ihren Auftritt vor. Sie ist eine Spezialistin für die Arbeit mit Laien und hat bei den Musiktheaterprojekten „Moses“, „Noah“ und „Eva und Adam“ des Kinder- und Jugendprogramms an der Bayerischen Staatsoper bereits junge Münchner mit und ohne Migrationshintergrund zum Singen gebracht.

Bei einer Probe im Chorsaal unter dem Dach des Nationaltheaters bringt sie die Mitarbeiter erst mit musikalischen Lockerungsübungen in Stimmung. Dann feilt sie akribisch, aber immer auf gute Laune bedacht, am für Laien nicht ganz einfachen „Trallala! Trallala!“ des Jägerchors aus dem „Freischütz“, das bei jeder Wiederholung immer leichter und flockiger klingt.

Ein Auftritt als Ritterschlag

Erhard fühlt sich „verwöhnt vom Enthusiasmus“ der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Bank. Eine von ihnen ist Nicole Böcher. Ihre Begeisterung für den Gesang weckte der Gottesdienst bei der Einschulung, als sie ein „Ave Maria“ einer Solistin hörte. Böcher singt sonst von Kirchenmusik bis Rock-Pop alle Musikrichtungen im Truderinger Chormäleon. Sie ist die Mitarbeiterin der Compliance-Abteilung der Bank und eine begeisterte Besucherin der Komödie im Bayerischen Hof. Gemeinsam mit den Kollegen und den Profis vom Chor der Bayerischen Staatsoper auf der großen Bühne am Odeonsplatz auftreten zu dürfen, betrachtet sie als Herausforderung und „Ritterschlag“.

Ihr Kollege Markus Hösel-Wechner hört am liebsten „guten Rock“ aus den Achtzigern. Der Mitarbeiter des Firmenkundengeschäfts besucht gerne Konzerte des Chors des Bayerischen Rundfunks. Mit dem Germeringer Don-Bosco-Chor hat er früher auch Oratorien gesungen, obwohl er eher aus der „Gospel-, Soul und Jazz-Ecke“ kommt, wie er sagt. Auch ihn reizte es, zu zeigen, dass man mit viel Engagement und Vertrauen Großes erreichen kann.

Zusammen stärker

Weil sich Chorleiter nur am Premierenabend verbeugen, zählt Stellario Fagone zu den vielen Mitarbeitern der Staatsoper, die für den Besucher normalerweise unsichtbar bleiben. Tagsüber ist der Italiener mit Proben und organisatorischer Arbeit beschäftigt. In den Vorstellungen unterstützt er den Chor der Staatsoper, indem er unsichtbar für den Zuschauer entweder hinter der Bühne die Einsätze des Dirigenten im Orchestergraben weitergibt oder von der Seite aus dirigiert.

Nach der Eröffnung der Festspiel-Nacht durch den Vorstandssprecher Michael Diederich und den Intendanten Nikolaus Bachler sowie einem Auftritt des Jugendorchesters Attacca tritt der UniCredit Opern-Chor gegen 20.15 Uhr auf der Open-Air-Bühne auf dem Odeonsplatz auf. Fagone ist sich schon jetzt sicher, dass sich der Klang von Profis und Laien bei diesem Gemeinschaftserlebnis wunderbar mischt: Denn, so sagt er, „zusammen sind wir stärker“. Robert Braunmüller

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