Der Cirque Éloize verwandelt das Deutsche Theater in ein Hotel

Der Cirque Éloize verwandelt das Deutsche Theater in ein Hotel
| Mathias Hejny
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Menschen im Hotel: Das Programm des Cirque Eloize im Deutschen Theater.
Cirque Eloize 3 Menschen im Hotel: Das Programm des Cirque Eloize im Deutschen Theater.
Menschen im Hotel: Das Programm des Cirque Eloize im Deutschen Theater.
Cirque Eloize 3 Menschen im Hotel: Das Programm des Cirque Eloize im Deutschen Theater.
Menschen im Hotel: Das Programm des Cirque Eloize im Deutschen Theater.
Cirque Eloize 3 Menschen im Hotel: Das Programm des Cirque Eloize im Deutschen Theater.

Bevor es los geht, wird erst einmal gründlich abgestaubt. Das beginnt im Parkett, wo zwei Artisten durch die Sitzreihen klettern, um das Publikum liebevoll zu bewedeln. Wenn sich der Vorhang öffnet, fällt der Blick auf eine großzügig dimensionierte Hotellobby mit zugehängtem Mobiliar. Erst langsam kehrt das Leben zurück in dieses elegante Art-Deco-Ambiente. Eine Theatertür, die mal dahin, mal dorthin geschoben werden kann, verschafft den Zutritt zu diesem Etablissement, das im Folgenden durch seine Gäste an Verwunschenheit zunehmen wird.

„Hotel“ ist die neueste Produktion des Cirque Éloize und das Geburtstagsgeschenk zum 25-jährigen Bestehens, das sich das internationale Unterhaltungsunternehmen im vergangenen Jahr den Fans und sich selbst machte. Für die Woche, in der die zaubrische Hotel-Fantasie seine Münchner Premiere im Deutschen Theater feierte, verzeichnet die Weltkarte, die die Homepage der Kanadier schmückt, insgesamt 23 aktuelle Spielorte in Europa, Nordamerika und Südamerika.

Die schöne Freiheit

Trotz des Wirkens eines Global Players gehört zum Geschäftsmodell, das Flair eines Familien-Zirkusses zu erzeugen. Mitwirkende schätzen die „Belle liberté“, die schöne Freiheit, die in ihrem Zirkus herrsche. Die Akrobaten sind auch die Clowns und die Musiker, und mancher entdecke bei der Arbeit Fähigkeiten an sich, von denen er bis dahin nichts wusste. Es sei das in Hotels verbrachte Vierteljahrhundert, bekennt Jeannot Painchaud, der einst für die Konkurrenz vom Cirque du Soleil tätige Kreativdirektor, das ihn zu dieser Produktion inspirierte.

Regisseur Emmanuel Guillaume ließ den visuellen Reiz von Wes Andersons surrealer Filmtragikomödie „Grand Budapest Hotel“ einfließen, in dem ein hinreißender Menschenzoo sehr komische und atemberaubend artistische Dinge tut. Jeder in diesem Dutzend Gestalten hat eine eigene kleine Geschichte. Dabei gehört es wohl eher zu den Wunschträumen hotellerie-erprobter Reisender, dass das Personal auf das Klingeln hin so plötzlich aus dem Tresen der Rezeption springt wie hier.

Wahrscheinlicher ist es auch für eine Nobelherberge, dass mal das Dach undicht wird, was für den Jongleur Anlass für eine Nummer mit Eimern und Bällen wird. Koffer und Taschen entwickeln ein Eigenleben zwischen Slapstick und Figurentheater oder die geheimnisvolle kühle Schöne vom Anfang erweist sich als Meisterin an den Strapaten, die die Höhen der Halle spektakulär durchfliegt. Die meist live dargebotene Musik von Éloi Painchaud verschmilzt mit ihrem Mix aus Pop, Swing und Folk zu einer charmant menschelnden Show, die schon nach kurzweiligen 90 Minuten vorbei ist. Als Zugabe gibt es aber vom 13. bis 16. Juni „Saloon“, die schräge Western-Show der Zirkuskünstler aus Montréal.

Deutsches Theater, bis 12. Juni außer Montag, 19.30 Uhr, Samstag 15 und 18.30 Uhr, Sonntag 19 Uhr, Karten unter Telefon 55234444

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