Das Ensemble singt Lehár unter dem Motto „Freunde, das Leben ist lebenswert“

Das Ensemble des Gärtnerplatztheaters ehrt Franz Lehár mit dem Programm „Freunde, das Leben ist lebenswert“
| Robert Braunmüller
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Erwin Windegger verfolgt als Franz Lehár das Konzert aus der Mittelloge.
Marie-Laure Briane 3 Erwin Windegger verfolgt als Franz Lehár das Konzert aus der Mittelloge.
Camille Schnoor und das Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz.
Marie-Laure Briane 3 Camille Schnoor und das Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz.
Mária Celeng und Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz.
Marie-Laure Briane 3 Mária Celeng und Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz.

Operette braucht Lametta. Sie muss mit Ornament und Überschwang gesungen werden. Sogar Kitsch wäre gestattet, womöglich gewürzt mit Manierismen und ironischer Brechung. Das gilt besonders für die opernhafte Musik von Franz Lehàr, den das Gärtnerplatztheater mit einem Corona-Notprogramm zum 150. Geburtstag ehrt.

Ausreichend Lametta gab es allerdings erst gegen Ende der Stunde unter dem Titel „Freunde, das Leben ist lebenswert“, als Lucian Krasznec bei „Dein ist mein ganzes Herz“ alle Vorsicht hinter sich ließ und ganz aus sich herausging.

Mária Celeng wagte davor Spuren von Schmäh bei „Ich bin verliebt“, während Camille Schnoors diskretes Tänzchen zu „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ wirkte, als sei sie vom Regisseur Maximilian Berling mit vorgehaltenem Revolver dazu gezwungen worden.

Ein Widerspruch bleibt

Auch Maximilian Mayer, Frances Lucey, Ann-Katrin Naidu und Juan Carlos Falcon als (sehr dezente) Komiker sangen Lehár mit mozartwürdiger Diskretion. Das Orchester des Gärtnerplatztheaters begleitete in Salonbesetzung mit bisweilen etwas zu selbstbewusster Lautstärke. Andreas Kowalewitz leitete die Musiker straff und brachte mit dem Klavier einiges Lametta zum Glitzern.

Den Zusammenhang stiftete Franz Lehár aus der Mittelloge mit Zitaten aus Briefen und Interviews. Erwin Windegger wirkte in seiner Schnodderigkeit mehr preußisch als kakanisch. Aber wenn gegen Ende der Meister im Originalton erklingt, in bestem Hochdeutsch ohne jede Färbung, erweist sich Windegger doch als überraschend authentische Besetzung.

Das Publikum sitzt bei dieser Lehár-Ehrung zum 150. Geburtstag auf Weisung des Kunstministeriums mit Mundschutz und Sicherheitsabstand auf der Bühne. Auf dem Heimweg darf man dann neidisch Menschen bewundern, die ohne Mundschutz in gewohnter Geselligkeit ihren Wein trinken und vor den Gaststätten des Gärtnerplatzviertels in Gruppen rauchen. Da bleibt ein Widerspruch, der nicht ohne weiteres aufzulösen ist.

Wieder am 20., 25. und 27. Juni, ausverkauft

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