Cimarosas "Heimliche Ehe" in Schloss Nymphenburg

Die Kammeroper München zeigt Domenico Cimarosas "Die heimliche Ehe“ im Hubertussaal von Schloss Nymphenburg
| Robert Braunmüller
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Cimarosas "Die heimliche Ehe" im Hubertussaal von Schloss Nymphenburg.
Tobias Melle 6 Cimarosas "Die heimliche Ehe" im Hubertussaal von Schloss Nymphenburg.
Cimarosas "Die heimliche Ehe" im Hubertussaal von Schloss Nymphenburg.
Tobias Melle 6 Cimarosas "Die heimliche Ehe" im Hubertussaal von Schloss Nymphenburg.
Cimarosas "Die heimliche Ehe" im Hubertussaal von Schloss Nymphenburg.
Tobias Melle 6 Cimarosas "Die heimliche Ehe" im Hubertussaal von Schloss Nymphenburg.
Cimarosas "Die heimliche Ehe" im Hubertussaal von Schloss Nymphenburg.
Tobias Melle 6 Cimarosas "Die heimliche Ehe" im Hubertussaal von Schloss Nymphenburg.
Cimarosas "Die heimliche Ehe" im Hubertussaal von Schloss Nymphenburg.
Tobias Melle 6 Cimarosas "Die heimliche Ehe" im Hubertussaal von Schloss Nymphenburg.
Cimarosas "Die heimliche Ehe" im Hubertussaal von Schloss Nymphenburg.
Tobias Melle 6 Cimarosas "Die heimliche Ehe" im Hubertussaal von Schloss Nymphenburg.

Im Vorfeld stand das hässliche Wort "halbszenisch" im Raum. Kein Wort trifft auf Domenico Cimarosas "Die heimliche Ehe" in der Version der Kammeroper München weniger zu. Die Inszenierung von Dominik Wilgenbus setzt im Hubertussaal von Schloss Nymphenburg auf Sparsamkeit und armes Theater. Aber dem wohnt bekanntlich ein eigener Zauber inne.

Die sechs jungen Sänger agieren auf einem Laufsteg an der Längsseite des Raums. Vor ihnen sitzt das aus einem Streichquintett, einer Handvoll Bläsern, einem Akkordeon und einer Gitarre formierte Klein-Orchester. Den Zwischenraum beherrscht die 83-jährige Christine Ostermayer. Sie liest ironisch gereimte Zwischentexte, die zusammen mit dem Altersunterschied zu den Sängern einen poetischen Kontrast bilden.

Cimarosas Musik schwebt zwischen Nicht-mehr-Mozart und Noch-Nicht-Rossini. Wie es sich in einer Opera buffa gehört, träumt das bürgerliche Familienoberhaupt bei der Verheiratung seiner Tochter weniger von deren Glück als an seine eigene Standeserhöhung. Aber der junge Handlungsgehilfe Paolino trickst ihn geschickt aus. Magnus Dietrich hat die schönste Stimme der Aufführung: einen hell-klar schmelzenden Tenor, der nur leider von Cimarosa nicht allzu freundlich bedacht wurde. Elisabeth Freyhoffs Sopran passt da mit ähnlichen Qualitäten als Carolina ideal dazu.

Wenn das Virus die Rolle frisst

Die übrigen Sänger bilden ein äußerst solides Ensemble, das nur bei der Verständlichkeit des deutsch gesungenen Texts ein wenig schwächelt. Jakob Schad gibt einen kraftvollen Grafen Robinson, Timo Hannig verkörpert recht glaubhaft den bürgerlichen Polterer, Nadja Kaiserseder beweist als Fidalma viel komödiantisches Talent im Umgang mit Zigarettenspitze und Fuchspelzschal, und Guibee Yang wäre gewiss eine sehr charmante Elisetta, wenn das verdammte Virus nicht fast mehr oder weniger die ganze Rolle gefressen hätte.

Trotz der geltenden Abstandsregeln und einer gewissen Statik wird die Geschichte lebendig, und Fern-Watschen haben ebenso einen eigenen theatralischen Reiz wie die zwischen dem 18. Jahrhundert und den Zwanziger Jahren changierenden Kostüme von Uschi Haug. Und Dominik Wilgenbus ist als Regisseur immer dann am besten, wenn er das Füllhorn seiner Einfälle sparsamer ausschüttet.

Alexander Krampe hat Cimarosa heitere Soli für Akkordeon, Flöte und Klarinette entlockt. Die Dirigentin Johanna Soller begleitet sorgsam, ohne das komische Tempo zu bremsen. Weniger ist, wie meist bei der Kammeroper München auch hier mehr. Und weil die Premiere im Spätsommer ein ideales Sprungbrett für Hochschulabsolventen und junge Sänger ist, wäre es ein Jammer gewesen, die Aufführungen dieses Jahr ausfallen zu lassen.   

Hubertussaal, bis 13. September. Alle Vorstellungen sind bereits ausverkauft

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