Aufbruch mit Rückblick

Die Pläne der Staatsoper in der ersten Saison mit dem neuen Musikchef Kirill Petrenko
| Robert Braunmüller
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Opernintendant Nikolaus Bachler mit dem neuen Generalmusikdirektor Kirill Petrenko.
Wilfried Hösl Opernintendant Nikolaus Bachler mit dem neuen Generalmusikdirektor Kirill Petrenko.

Schöne Münchnerinnen, aufgepasst! Unser künftiger Generalmusikdirektor ist auf Brautschau. Denn auf die Frage, was er sich in der Stadt demnächst anschauen wird, antwortete er kurz und entschlossen: „das P1“.

Eine neue Wohnung in Opernnähe hat Kirill Petrenko schon bezogen, aber sie steht derzeit noch voller Umzugskartons. Viel Zeit für eine neue Lebensgefährtin wird er aber nicht aufbringen können: Bald probt er in Bayreuth den „Ring“, und im Herbst folgt am 21. November als erste Münchner Premiere „Die Frau ohne Schatten“ von Richard Strauss. Mit dieser Oper wurde vor einem halben Jahrhundert das wiederaufgebaute Nationaltheater eröffnet.

Das ist auch Grund genug, Kontinuitäten und künstlerische Brüche vor und nach 1945 in einem theaterwissenschaftlichen Forschungsprojekt untersuchen zu lassen, dessen Ergebnisse zum Jahrestag vorgestellt werden. Die Strauss-Oper inszeniert Krzysztof Warlikowski, die Hauptrollen werden von Adrienne Pieczonka, Johan Botha und Wolfgang Koch gesungen.

Als zweite Premiere dirigiert Petrenko im Februar 2014 Mozarts „La clemenza di Tito“. Jan Bosse führt Regie, die Vitellia singt Kristine Opolais. Dann verwirklicht der Dirigent noch einen länger gehegten Wunschtraum und bringt mit dem Regisseur Andreas Kriegenburg am 25. Mai des nächsten Jahres „Die Soldaten“ von Bernd Alois Zimmermann heraus. Im Repertoire wird Petrenko „Tosca“, den „Rosenkavalier“, „Boris Godunow“ und „Eugen Onegin“ leiten. Außerdem dirigiert er drei Akademiekonzerte. Beginnend mit der Dritten wird sich der Generalmusikdirektor jedes Jahr eine Mahler-Symphonie vornehmen.

Bei den Festspielen wird der neue Chef bis auf Weiteres fehlen: So lange der „Ring“ in Bayreuth auf dem Spielplan steht, ist Petrenko für München unabkömmlich.

Die übrigen Premieren gelten Italienern: Martin Kusej (Regie) und der auch im Repertoire vielbeschäftigte Asher Fish (Dirigent) bringen kurz vor Weihnachten Verdis „La forza del destino“ mit Anja Harteros und Jonas Kaufmann heraus. Die Festspiele 2014 werden mit Rossinis „Guillaume Tell“ eröffnet. Dan Ettinger hat die musikalische Leitung, den Apfelschützen übernimmt Michael Volle. Im Prinzregententheater dirigiert Ivor Bolton noch Monteverdis „L’Orfeo“ mit Christian Gerhaher in der Titelpartie. David Bösch inszeniert.

Übers Jahr verteilt gibt es interessante Rollendebüts: Anja Harteros singt ihre erste Tosca, Anna Netrebko wagt die Lady Macbeth, Diana Damrau übernimmt die Traviata und Krassimira Stoyanova gastiert als Leonora im „Troubadour“. Kent Nagano wird nach seinem Abschied „Babylon“ weiter betreuen. Der „Ring“ hat in der kommenden Saison Pause, wird aber unter Petrenko zurückkehren.

Über die Nachfrage an der Kasse kann sich Nikolaus Bachler nicht beklagen: Sie liegt bei 97 Prozent, manche Vorstellungen sind mehrfach überbucht. Für die nächsten Jahre planen Bachler und Petrenko neue „Meistersinger“, eine Oper von Franz Schreker und vielleicht Giordanos „Andrea Chenier“. Denn es wäre eigentlich seltsam, wenn sich Jonas Kaufmann nicht mittelfristig für diese Tenoroper interessieren würde.

 

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