Münchner Literaturpreis an Friedrich Ani

Da die Stadt nur alle drei Jahre den Literaturpreis vergibt, könnte sich durchaus einer der drei Bürgermeister bei der Preisverleihung im Literaturhaus blicken lassen. Das war aber auch schon 2023 nicht der Fall, wie Stadträtin Anne Hübner in Vertretung bemerkte. Sie hatte sich aber ins Werk von Autor Friedrich Ani eingelesen und zeigte sich beeindruckt von seinem im vergangenen Jahr erschienenen, autobiografischen Text „Schlupfwinkel“ über seine Kindheit als Sohn eines Syrers und einer Schlesierin in Kochel am See. Den Migrationshintergrund kennt sie selbst, genau wie inzwischen die Hälfte aller Münchner.
Hübner betonte auch die politische Komponente in den Krimis des Literaten, der oft über das Schicksal der Menschen schreibt, die sonst übersehen werden: über ein München von Menschen, die täglich um ihre Existenz kämpfen müssen.
Laudator Thomas Wörtche verwies darauf, dass man Ani, den Lyriker, Drehbuchautor, Verfasser von Hörspielen, Jugendbüchern und zahlreichen Kriminalromanen ohnehin kaum klassifizieren könne. Aber man soll ihn ohnehin nicht in eine Schublade stecken, sondern seine vielen Facetten entdecken. Eine neue ist diese Woche hinzugekommen: Im Münchner Allitera Verlag sind unter dem Titel „Drüben tanzt ein Luftikus“ 141 klassische japanische Tanka-Gedichte von Ani erschienen.