Baukunst für Nachtschwärmer
Nun gibt’s in München auch eine Lange Nacht der Architektur. Die soll am Freitag nicht nur die Messebesucher der BAU 2011 anziehen, sondern Bürgern die Stadt von einer neuen Seite zeigen
Lange Nächte ziehen. Immer noch und mehr denn je. Selbst in Kleinstgemeinden macht sich der Trend zum späten Event breit – jetzt bekommen allerdings Münchens Lange Musik- und Museums-Nächte handfesten Zuwachs: Im Rahmen der BAU 2011 geht am Freitag erstmals die „Lange Nacht der Architektur“ ins Rennen um die Gunst des breiten Publikums.
Denn mit dem nächtlichen Streifzug will sich die Fachmesse, die sich aufgrund ihrer Größe immerhin „Weltleitmesse“ für Architektur, Materialien und Systeme nennen darf, von Riem aus der Stadt öffnen. Rund 210000 Besucher werden erwartet. Und man möchte den zahlreichen Architekten, Ingenieuren und Stadtplanern, die sich hier neue Inspirationen holen, ein attraktives Abendprogramm nach getaner Informationsarbeit bieten. Einerseits. Andererseits sollen die Münchner ihre Architektur und ihre Umgebung (neu) entdecken.
Gewohnte Bahnen
Wobei sich das Neue tatsächlich in Grenzen hält. Halten muss. Spektakuläre Großprojekte wie die chice BMW-Welt haben ihre Tore längst geöffnet. Und für Aktuelles sind bislang die „Architektouren“ zuständig, die die Bayerische Architektenkammer alljährlich im Juni veranstaltet. Übrigens auch mit ständig wachsendem Interesse – vor besonderen Objekten wie einem Superhybrid-Häusl in Obermenzing kommt es schon mal zu Warteschlangen wie beim Popkonzert. Oder eben wie bei den Highlights der bereits etablierten Langen Nächte.
Übernommen haben die Veranstalter – neben der Messe auch das Bauzentrum Poing – die Unterteilung in Touren und das Busshuttle-System. Allerdings gibt’s die Architektur-Nacht zum Nulltarif (bis auf Ausnahmen wie das Architekturmuseum, das bis 21.30 Uhr geöffnet hat), und das soll auch so bleiben. Neben einer umfassenden Erkundung der Messestadt West und des Bauzentrums Poing können sich Nachtschwärmer auf die „Flaniermeile München“ begeben – Führungen gibt’s durch den COOP-Himmelb(l)au-Anbau der Akademie der Künste und sogar durchs P1 – oder auf die „Highlight-Tour“.
Da ist dann auch Brandneues zu sehen wie die mächtige „Medienbrücke“ hinterm Ostbahnhof. Oder im Arnulfpark, direkt an der Hackerbrücke, der 44 Meter hohe Turm vom Büro des In-Architekten Hadi Teherani mit seinem lichtdurchfluteten Himmelsgarten – „Skygarden“. Der wird just am Freitag eröffnet, und feines Kunstlicht macht’s möglich, dass man nicht nur hier in dieser Langen Nacht genug sieht.
Christa Sigg
„Lange Nacht der Architektur“, 21. 1., 19 bis 24 Uhr, Eintritt frei, www.lange-nacht-der-architektur.de, Shuttles ab ZOB Hackerbrücke, Infoheft u.a. Stadtinformation Marienplatz
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