Backstreet Boys in München: Reise in die Vergangenheit
MÜNCHEN - Die Jungs sind immer noch die alten: Bei ihrem 90 minütigen Auftritt im Zenith reist die Ende der 90er erfolgreichste Boygroup der Welt musikalisch in die eigene Pop-Vergangenheit.
Die Kuscheltiere machen sich rar, die Bühne ist kleiner geworden und die älter gewordenen weiblichen Fans kreischen verhaltener. Doch die Songs, Kostüme und Tanzeinlagen der Backstreet Boys sind bis heute die gleichen gebliebenen. Bei ihrem 90 minütigen Auftritt im nur halb gefüllten Zenith reist die Ende der 90er Jahre mit 100 Millionen verkauften Tonträgern erfolgreichste Boygroup der Welt musikalisch in die eigene Pop-Vergangenheit.
Stimmig dazu das Bühnenbild, das im Setting an Roland Emmerichs „Stargate“-Film erinnert. Genau durch dieses Sternentor springen zu den Klängen des Megaerfolgs „Everybody“ die vier nicht mehr ganz so jungen, aber immer noch bemerkenswert fitten Amerikaner Howie, A.J, Brian und Nick.
Routiniert spulen sie ihr Programm aus sentimentalen Balladen („Incomplete“) und eingängigen Uptempo-Nummern („We've Got It Going On“) herunter. Zwischen den charakteristisch-roboterhaften Choreographien radebrechen die Backstreet Boys auch mal auf Deutsch („Isch liebe disch“) oder zeigen vorproduzierte Videosequenzen, in denen sie schamlos in Rollen aus „Fight Club“ oder „Matrix“ schlüpfen Zur Seite stehen ihnen bei der Show neben einem ausgelassenen DJ vier Tänzerinnen, deren Aufgabe hauptsächlich darin besteht das schmerzliche Fehlen einer Band zu kaschieren. Klugerweise wagen sich die Backstreet Boys nur selten an die glatten Gaga-Dance-Songs aus ihrem neuen Album „This Is Us“. Denn in diesen Augenblicken torpedieren sie ihre Nostalgiezeitreise und die ansonsten fröhliche Mitsing-Stimmung sinkt schlagartig auf den Gefrierpunkt.
Florian Koch
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