Amüsant: Simon Verhoevens Komödie "Männerherzen ... und die ganz, ganz große Liebe"

Seid ihr alle wieder da? Jaaa! Simon Verhoeven setzt seine „Männerherzen” fort – ohne allzu große Überraschungen, aber äußerst amüsant – Justus von Dohnányi ist das Herz des Films
| Adrian Prechtel
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Schlagerstar Bruce (Justus von Dohnányi) ist nicht von Selbstzweifeln angekränkelt und unterstützt seine Freunde in ihren Krisen.
Warner Schlagerstar Bruce (Justus von Dohnányi) ist nicht von Selbstzweifeln angekränkelt und unterstützt seine Freunde in ihren Krisen.

1985 geschah ein deutschen Filmwunder: Doris Dörrie gelang mit einem eigentlich fürs Fernsehen gedrehten Film ein Millionenhit: „Männer” traf den Zeitgeist: WGs, Seitensprünge, Yuppietum und noch Ausläufer der Emanzipations-Welle und Männerrollenfragen.

2009 gelang Simon Verhoeven etwas Vergleichbares, das nicht nur im Titel Bezug auf Dörrie nahm: In „Männerherzen” ging es – dem neuen Zeitgeist entsprechend – etwas weniger um Geschlechterkampf, dafür mehr um die Eroberung der Herzensdamen. Der romantische Film war mit über zwei Millionen Zuschauern ein großer Erfolg. Was erwartet man da von einer Fortsetzung?

Mach’s nochmal, Simon! Damit es nicht peinlich wird, muss man die Geschichte weiterdrehen. Aber nicht zu stark, denn man will ja den Déjà-vu-Effekt nicht verderben. Und so begegnen wir alten Bekannten – nach zwei Jahren – wieder: Christian Ulmen erforscht immer noch zwanghaft seine Möglichkeiten der virilen Entfaltung, Til Schweiger hingegen ist sitzengelassen worden und versucht sich in entgegengesetzter Richtung: zurück zu den Eltern ins Kinderzimmer und notfalls sogar zum Ponyreiten, wenn’s der neuen Möchtegernflamme imponiert. Florian David Fitz hängt seine ganze Energie in die Rückeroberung der jetzt arrivierten Ex (Inez Björg David).

Und in kinderarmen Zeiten erlebt man hysterischen Wellness-Schwangerschafts-Zirkus, den Maxim Mehmet und Jana Pallaske als Paar allerdings mit Bravour ad absurdum führen. Bleibt Schlagerstar Bruce: etwas klischeehaft über-tuntig – seit „Schuh des Manitu” aber wieder akzeptiert – ist Justus von Dohnányi. Wie er plötzlich im Midlife-Crisis-Jugendwahn ins rap-hoppende Fach ausbrechen will, ist sensationell.

Dass er dann aber wieder mit einem Ohrwurm-Primitivschlager besonders zu den Damenherzen durchbricht, ist die Ironie des Schicksals. Aber es ist ja auch ein Titel, der zusammenfasst, was alle wollen: „Ich such’ die ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz große Liebe!”


Kino: Cadillac, Gloria, Solln, Mathäser, CinemaxX, Münchner Freiheit, Neues Gabriel, Rio, Royal, Sendlinger Tor
Buch, Musik, Regie: Simon Verhoeven (D, 112 Min.)

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