Akademiemitglied Englund boykottiert Nobelwoche

Die Schwedische Akademie hatte im Oktober zwei Literaturnobelpreisträger verkündet: Die Polin Olga Tokarczuk und der Österreicher Peter Handke. Nach der Bekanntgabe war eine Debatte um Handke und seine umstrittene Haltung zum Jugoslawien-Konflikt entstanden.
| dpa
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Peter Englund, damals ständiger Sekretär der Schwedischen Akademie, 2012 in Stockholm.
Fredrik Sandberg/SCANPIX SWEDEN/epa/dpa/dpa Peter Englund, damals ständiger Sekretär der Schwedischen Akademie, 2012 in Stockholm.

Stockholm - Aus Protest gegen den Literaturnobelpreis für den Schriftsteller Peter Handke boykottiert ein langjähriges Mitglied der Schwedischen Akademie die diesjährige Nobelwoche.

"Peter Handkes Nobelpreis zu feiern, wäre von meiner Seite grobe Heuchlerei. Das ist alles, was ich dazu zu sagen habe", teilte Peter Englund der schwedischen Zeitung "Dagens Nyheter" in einer E-Mail mit. Das Akademiemitglied wird deshalb diesmal an keinen Feierlichkeiten rund um die Literaturnobelpreisvergabe teilnehmen. Auf der Teilnehmerliste für die Nobelzeremonie am kommenden Dienstag im Konzerthaus von Stockholm fehlt der Name Englund bereits.

Englund, der von 2009 bis 2015 Ständiger Sekretär der Akademie war, hatte in den 90er Jahren als Reporter über den Balkankrieg berichtet. Er hatte sich dabei laut "Dagens Nyheter" deutlich gegen serbischen Nationalismus und das Vorgehen des serbischen Anführers Slobodan Milosevic ausgesprochen. Handke hatte 2006 bei der Beerdigung von Milosevic eine Rede gehalten.

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