Zwischen Fannähe und Shitstorm Liverpool-Star Mohamed Salah löscht Instagram und Co.

Mohamed Salah ist künftig nicht mehr auf Social Media vertreten. Foto: imago/PRiME Media Images

Profisportler erreichen via Social Media Millionen Menschen. Superstar Mohamed Salah vom FC Liverpool geht den umgekehrten Weg und löscht seine Accounts.

 

Liverpool - Am Mittwoch hatte Mohamed Salah offenbar genug: Der ägyptische Superstar des FC Liverpool verabschiedete sich aus den sozialen Medien, er löschte seine Accounts bei Facebook, Instagram sowie Twitter – und überraschte damit mehrere Millionen Follower und Fans. Am Dienstag hatte Salah noch einen geheimnisvollen Tweet gepostet: "2019 Vorsatz: Zeit, um Kontakt aufzunehmen, aber wirklich", schrieb er. Ob Salah die negativen Kommentare zu viel wurden?

Freiburg-Trainer Christian Streich hätte dafür sicher Verständnis. "Mir ist das zu viel Aggression", erzählte er gerade dem ZDF. Tatsächlich können Texte, Fotos oder Videos schnell zum Shitstorm führen. Bilder vom neuen Auto, teuren Klamotten oder vergoldeten Steaks wie bei Bayern-Star Franck Ribéry gefallen nicht jedem. Mancher Spieler wirkt in dieser Situation manchmal zu selbstbewusst. Der ehemalige Handballer Stefan Kretzschmar prangerte zuletzt an, für Leistungssportler gebe es keine Meinungsfreiheit mehr. Nichts mehr sagen können? Nichts mehr zeigen dürfen?

Der Umgang mit Social Media ist unterschiedlich

Laut Ulf Baranowsky, Geschäftsführer der Fußball-Spielergewerkschaft VDV, gibt es in den Musterarbeitsverträgen der Profis klare Regeln zu öffentlichen Äußerungen der Spieler. Der Umgang mit diesen Regelungen werde in der Praxis aber unterschiedlich gehandhabt. "Aufgrund der Vielfalt an Möglichkeiten, sich über Social Media zu äußern, ist es insbesondere für kleinere Klubs nicht leicht, die Kontrolle darüber zu behalten, was einzelne Spieler dort posten", sagt Baranowsky jedoch auch.

Eine Reihe von Bundesligisten gibt - wie auch der Deutsche Olympische Sportbund - offiziell keine klar umrissenen eigenen Richtlinien aus, was im Internet gepostet werden darf und was nicht. Während das IOC seinen Olympioniken vorschreibt, auf politische Propaganda oder Werbung zu verzichten, behilft sich ein Klub wie die TSG Hoffenheim mit einer Empfehlungsliste. Fotos von den neuesten Sportklamotten, die nicht vom Ausrüster kommen, sollten besser nicht veröffentlicht werden.

Beim Zweitliga-Spitzenreiter Hamburger SV haben die Profis selbst einen Strafenkatalog erstellt. Falls Spieler wiederholt Bilder aus der Kabine oder dem Mannschaftsbus posten, muss in die Mannschaftskasse eingezahlt werden.

 

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