Zwischen Bayern, Slowenien und dem Kosovo Projekt "Trialog": Neuer Jugendaustausch in München

Wolfgang Hillenbrand, Projektleiter des Austauschprogramms "Trialog" Bayern-Kosovo-Slowenien in München. Mit dem Projekt hat das Euro Trainings-Center in München einen Jugendaustausch zwischen Bayern, Slowenien und dem Kosovo ins Leben gerufen. Foto: dpa

Voneinander lernen - ein neu angelegtes Austauschprojekt bringt junge Menschen aus Bayern, Slowenien und dem Kosovo zusammen. Eine Bereicherung für alle Beteiligten, wie der Projektleiter sagt.

München - Mit dem Projekt "Trialog" hat das Euro Trainings-Center in München einen Jugendaustausch zwischen Bayern, Slowenien und dem Kosovo ins Leben gerufen. Im Sommer besuchte bereits eine Gruppe Slowenen und Kosovaren Deutschland, für das kommende Jahr sind die Gegenbesuche geplant, wie Projektleiter Wolfgang Hillenbrand sagt. Ziel des "Trialogs"? Die Teilnehmer aus dem Kosovo wollen Jugendarbeit kennenlernen, die aus Slowenien ihre Jugendarbeit auf internationaler Ebene anschieben und die Deutschen sollen erfahren, wie es der Jugend in den beiden Balkanländern geht.

Der Impuls für das Projekt sei im Frühjahr 2014 von jungen Aktiven aus Pristina im Kosovo gekommen, die er dort getroffen hatte, schildert Hillenbrand. Er habe dann die Jugendarbeit in Ljubljana mit ins Boot geholt und den geplanten Austausch beim Bundesfamilienministerium für ein zur Förderung ausgeschriebenes internationales Jugendhilfeprojekt vorgeschlagen. "Wir sind ausgewählt worden." Unter anderem, weil gleich drei Länder beteiligt seien und weil auch wirtschaftliche Kooperationen entstehen könnten. "Das Projekt soll auch zeigen, wie wichtig internationale Erfahrung für Jugendliche ist."

Der erste knapp zweiwöchige Besuch von gut 50 Teilnehmern in diesem Sommer sei ein "rauschender Erfolg" gewesen, sagt Hillenbrand. Die Gruppe habe in München unter anderem den Kreisjugendring besucht und sei im Rathaus von Grünen-Fraktionschefin Gülseren Demirel und von Bürgermeister Josef Schmid (CSU) begrüßt worden. Die Jugendlichen seien überrascht gewesen, dass sich Politiker für sie interessierten und dass Politiker verschiedener Parteien überhaupt miteinander redeten. Von München aus reiste die Gruppe zu einem Treffen mit der Solidaritätsjugend in Frankfurt.

Das Projekt sei für alle Beteiligten gleichermaßen ermutigend. "Es ist nicht als Entwicklungshilfe zu verstehen." Die Deutschen könnten auch von den Kosovaren etwas lernen, von deren Haltung, deren Weltsicht. Viele junge Menschen dort seien hoch qualifiziert und lebten in dem Widerspruch, dass sie zwar viel können, der Staat ihnen jedoch keine Chance biete. Die Arbeitslosigkeit sei unglaublich hoch, die Kriminalitätsrate auch. In Slowenien sei die Situation besser, dennoch sei es ein Land im Umbruch.

Träger des auf zwei Jahre angelegten 110 000-Euro-Projektes ist das gemeinnützige Euro Trainings-Center. Finanziert wird es zum Großteil durch das Bundesfamilienministerium. Weitere Projektpartner sind der Bayerische Jugendring, die Industrie- und Handelskammer (IHK) München-Oberbayern, aus Slowenien das Berufsbildungsinstitut sowie das Arbeitsministerium und aus dem Kosovo das Kultus- sowie das Bildungsministerium. Zweiter Gastgeber neben dem Euro Trainings-Center ist die Solidaritätsjugend Bayern. Hillenbrands Wunsch ist, dass sich der "Trialog" dauerhaft etabliert und daraus neue Jugendhilfe-Projekte in den Ländern entstehen.

 

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