Zweites Kinderbuch Felix Neureuther: Zwischen Skipiste und Schreibtisch

Ja, auch Eishockeyspielen kann er: Felix Neureuther bei der Präsentation seines neuen Buches in der Olympia-Eishalle. Foto: Peter Kneffel/dpa

Felix Neureuther veröffentlicht sein neues Kinderbuch – und kämpft um die Rückkehr in den Weltcup. "Ich dachte oft: Macht das noch Sinn?", gesteht er. 

 

München - "Am Waldsee ist heute ganz schön was los. Der See ist zugefroren, und die Huskys sausen mit ihren Schlägern über das Eis. Da wirbelt plötzlich eine Schneewolke auf die Freunde zu. Das ist ja Ixi, der auf Skiern den Hang herunterbrettert!"

So beginnt "Ixi und die coolen Huskys", das neue Werk eines Autoren, der dem Herder-Verlag im vergangenen Jahr mit seinem Erstling "Auf die Piste – fertig – los" das erfolgreichste Kinderbuch des Unternehmens beschert hatte. Das kam so gut an, dass Felix "Ixi" Neureuther nachlegte, diesmal mit seinen Eishockey-Freunden Kinki, Mucki, Schiedsrichter Franz Pinguin und mit dem Drachen: Trainer Sturmi.

Deutschlands bester Skifahrer hat im vergangenen Winter nach einem Kreuzbandriss im November viel Zeit zuhause verbracht, auch den Tag des olympischen Eishockeyfinales. "Da unsere Tochter damals noch nicht so gut geschlafen hat, war ich um fünf schon wach", erzählt der Vater von Matilda, "ich bin noch nie um diese Uhrzeit so umanandgehupft! Es ist mega-emotional, wenn da einer deiner besten Freunde mitspielt. Schade nur, dass das Spiel nicht in München stattgefunden hat – das hätte Sport-Deutschland einen noch größeren Schub gegeben."

Neureuthers Kinderbuch: Es geht um Teamgeist und Fairplay

Zwei der Silbermedaillengewinner von Pyeongchang sitzen neben ihm, als er im Olympiapark sein Buch vorstellt: Bundestrainer Marco "Sturmi" Sturm und Flügelspieler Marcus "Kinki" Kink von Adler Mannheim. Letzterer kennt Neureuther seit 25 Jahren, gehört zu seinen engsten Freunden – nicht nur, weil sie mal gemeinsam deutscher Schülermeister im Eishockey geworden sind.

"Ich hab’ nicht viel dazu getan", sagt der Ski-Star, doch Kink meint: "Er hat sich ziemlich gut angestellt, ist ein absoluter Mannschaftsspieler." Um Teamgeist und Fairplay geht es auch im Buch, und darum, den Kids zu vermitteln wie schön und wichtig Bewegung ist.

"In welche Richtung das geht mit den ganzen Smartphones und wie wenig Bewegung noch stattfindet, das ist absolut erschreckend", sagte der Familienvater, „wenn ich Kinder sehe, die beim Essen mit einem Tablet dasitzen, stellt es mir die Nackenhaare auf. Ich werde mich mit Händen und Füßen und allem, was ich habe, dagegen wehren, dass dieser Trend so weiter läuft. Ich kann nur versuchen, meiner Tochter zu vermitteln, wie viel Spaß Bewegung macht und es ihr vorleben."

Neureuthers Comeback: "Mache mir da nicht den Mega-Stress"

Wobei ihm selbst das Bewegen zuletzt schwer fiel. Mehrfach dachte er in den letzten Monaten an ein vorzeitiges Karriereende. In der Reha im Sommer habe es "oft Tage gegeben, an denen ich dachte: Macht das noch Sinn? All die Stunden im Kraftraum, mit 34 und einer Familie. Du siehst, was die anderen im Kraftraum für Gewichte lupfen – und du kannst nicht, weil erstens Knie und zweitens dann der Rücken weh tun."

Inzwischen ist er zurück auf Schnee, war vier Mal in der Schweiz zum Training. "Es geht mir echt ganz gut. Das Knie funktioniert bis jetzt sehr gut." Offen ist, ob er beim Saisonstart in Sölden Ende Oktober am Start stehen wird: "Ich mache mir da nicht den Mega-Stress, das wäre der falsche Weg."

Sein Ziel? "Wieder da hinzukommen, wo ich war, auch wenn das sehr ambitioniert ist und nicht einfach wird." Bei den letzten Weltmeisterschaften wurde er Zweiter (2013) und Dritter (2015 und 2017). Egal wie gut das Knie den Winter überstehen wird: Eine Idee für ein weiteres Kinderbuch hat er schon: "Ich bin nach wie vor ein großes kleines Kind. Und wenn in 20 Jahren einer zu mir kommt und sagt: 'Damals hat mich dein Buch total motiviert', dann hab’ ich alles richtig gemacht."

 

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