Zweite Miete Mieter-Schock: Nebenkosten fast 50 Prozent rauf

Aber auch die Mieten in München gehen „ungebremst nach oben”. Ein Ende der Preisspirale ist auch im kommenden Jahr nicht in Sicht.

 

München - Die Mieten in München steigen und steigen – auf unabsehbare Zeit. „Es geht ungebremst weiter”, erklärte Professor Stephan Kippes vom IVD-Marktforschungsinstitut.
Im aktuellen Herbstmarktbericht attestiert er „historische Höchstmarken in allen Bereichen. Ein Plateau ist nicht in Sicht”. Verschärfend kommt für alle Münchner Mieter dazu: Auch die Nebenkosten haben in diesem Jahr Rekordmarken erreicht.

Mit Abstand dickster Brocken bei der „zweiten Miete” sind die Energiekosten. „Allein im Zeitraum zwischen 2005 und November 2012 lag der Anstieg der Ausgaben für Strom und Gas bei beachtlichen 47,7 Prozent”, so Kippes. „Das ist der größte Treiber – und ein doppeltes Problem für den Verbraucher. Ein Ende dieser Preisspirale ist absolut nicht erkennbar.

Auch die Kosten für Instandhaltung und Reparaturen verteuerten sich innerhalb von sieben Jahren um 27,1 Prozent. Fürs Wasser sind bayernweit gut 21 Prozent mehr fällig. Die Abwasser-Entsorgung verteuerte sich um knapp zehn Prozent. Einzig bei der Müllabfuhr hat es eine kleine Verbilligung gegeben. Ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die große Crux auf dem Münchner Immobilienmarkt ist längst bekannt und offenbar nicht zu überwinden: Es werden viel zu wenige neue Wohnungen gebaut. Gleichzeitig steigt sowohl die Zahl der Einwohner, als auch die der Einpersonen-Haushalte. Die Folge: Der Mangel wird immer massiver.

Allein gegenüber dem Frühjahr dieses Jahres registrierte der Immobilienverband bei Altbauwohnungen einen Mietpreisanstieg von 2,2, bei Bestandswohnungen von 1,5 und bei neuen Wohnungen von 2,8 Prozent. Am deutlichsten kletterten die Preise bei eher bescheiden ausgestatteten Altbauwohnungen.

Derzeit kosten Altbauwohnungen mit gutem Wohnwert in München bei Neuvermietung im Durchschnitt 14,20 Euro pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Im Herbst 2005 waren es noch 10,50 Euro. Jüngere Wohnungen liegen derzeit bei 13,30 Euro (2005: 10 Euro). Für Neubauwohnungen sind 14,90 Euro pro Quadratmeter fällig. Professor Kippes geht davon aus, dass die 15-Euro-Schallmauer im kommenden Jahr locker geknackt wird.

Das IVD-Marktforschungsinstitut hat errechnet, dass sich als Folge dieser Rekord-Werte das Verhältnis von Miete und Haushalts-Budget immer weiter verschlechtert. „Das Mietpreisniveau steigt deutlich stärker als das Einkommen”, so Kippes. In Zahlen: Während die Mieten von 1995 bis heute um 45,1 Prozent stiegen, wuchs das Realeinkommen „nur” um 32,4 Prozent.

Wenig tröstlich auch Kippes’ Analyse des Neubau-Marktes. Von Januar mit September wurden in München nur 4314 Wohnungen zum Bau freigegeben. Das sind 27 Prozent weniger als im Vorjahr. Laut einer Hochrechnung wird sich bis zum Jahresende ein Rückgang um mindestens 20 Prozent ergeben. Für den Immobilien-Brennpunkt München ist das viel zu wenig. 

 

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