Zwei Trainer, zwei Neustarts Slomka oder Magath: Wer hat den härteren Job?

Fulham oder HSV? Felix Magath hat sich für ein Engagement in der englischen Premier-League entschieden. Foto: getty/ dpa

Mirko Slomka und Felix Magath legen bei ihren Klubs los. Der eine muss den HSV retten, der andere Fulham. So packen es die beiden Trainer an.

Hamburg/London
- Sein Outfit? Direkt ein Statement. Während die Klub-Bosse Oliver Kreuzer (im dunklen Anzug) und Karl-Edgar Jarchow (sogar im feinen Dreiteiler, schick, schick) elegant und staatstragend zur Präsentation kommen, trägt der Mann, um den es geht: ein HSV-Trikot. Die Botschaft ist klar: Ärmel hochkrempeln, anpacken, malochen, identifizieren. „Es geht darum, jetzt einen guten Auftakt zu haben“, sagt Mirko Slomka.

 

Er ist der Nachfolger des erfolglosen Bert van Marwijk und der neue Mann beim HSV. Der Mann, auf dem alle Hoffnungen ruhen. Der Mann, der den Tabellenvorletzten vor dem Abstieg in die 2. Liga retten soll. 13 Spiele hat er dafür Zeit. Der Auftakt? Ein echter Hammer. Samstag geht es gegen Borussia Dortmund, eine Woche später steht das Nordderby gegen Werder Bremen an. „Wir sind uns alle einig, dass der HSV eigentlich in Deutschland unter die Top 5 gehören sollte“, sagt Slomka, „es wäre aber natürlich blauäugig, wenn man den Blick auf die Tabelle richtet, nicht an die 2. Liga zu denken.“

Seit Wochen schon geht die Abstiegsangst im Verein um. Bis 2016 läuft Slomkas (heißt auf Polnisch „Strohhalm“ – wie passend) Vertrag. Er gilt auch im Falle eines Abstiegs. Schnellstmöglich will er den Versagern, die zuletzt sieben Spiele in Folge verloren haben (erstmals in der Vereinsgeschichte), „das Erfolgsgen einhauchen“. Slomka hatte zuletzt Hannover trainiert und den Klub 2011 in schwieriger Lage nach der Tragödie um den Selbstmord von Robert Enke vor dem Abstieg gerettet. Anschließend führte er die Niedersachsen zweimal in Serie in die Europa League.

Der HSV torkelt ungeachtet der Trainerpersonalie weiter und weiter in die Krise. Bereits fünf Mitglieder des so mächtigen und umstrittenen Aufsichtsrats sollen ihren Rücktritt erklärt und die Brocken hingeschmissen haben. Ähnliche Situation, anderes Land.

In England legt Felix Magath los – wie Slomka als Retter. Magath, weißes Hemd, blaues Sakko: „Ich bin überrascht von dem Team, es hat ein größeres Potenzial als zuletzt gezeigt. Samstag steht für uns das allerwichtigste Spiel gegen West Bromwich an.“ Magaths FC Fulham ist Tabellenletzter, mit 20 Punkten. Bromwich steht auf dem rettenden 17. Platz, hat vier Zähler mehr. Sein Englisch ist passabel, er spricht genauso langsam und bedacht wie immer. Ob er sich zutraut, den Klassenerhalt zu packen, will die Reporterin wissen. „Ja, sicher kann ich das. Ich habe es schon in Deutschland in ähnlichen Situationen bewiesen. Zwölf Spiele sind genug.“ Slomka hat ein Spiel mehr.

 

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