Zum Gruseln Zum Gruseln: Münchner Sagen und Mythen

 

Am Wurmeck hängt ein Lindwurm Dass das Neue Rathaus zwar gotisch aussieht, aber bei Weitem nicht so alt ist, wissen die Münchner. Es wurde erst zwischen 1867 und 1909 nach Plänen von Georg Hauberrisser im neugotischen Stil erbaut. Dabei hat man die Fassade mit vielen Details versehen, die von der mittelalterlichen Symbolik beeinflusst sind. So auch der große Drache, der sich am westlichen Eck zur Weinstraße, dem so genannten Wurmeck, züngelnd und bedrohlich die Mauer hochwindet.

Den Namen trug sie Stelle schon lange bevor das Neue Rathaus hier stand, denn an dieser Stelle soll einmal ein riesiger Lindwurm über die Stadt geflogen sein. Er blies seinen giftigen Atem in die Straßen und brachte so die Pest in die Stadt.

Der schwarze Tod kostete in den 1630er Jahren mehr als 7000 Münchnern das Leben. Er wurde erst besiegt, als der Drache einmal auf dem Marienplatz landete. Beherzte Männer aus der gegenüberliegenden Hauptwache trieben ihn angeblich am Wurmeck in die Enge und schossen mit einer Kanone auf ihn. Mit einem Schuss gelang es, das Untier zur Strecke zu bringen – die Stadt war gerettet.

Deshalb sind links von der Drachenfigur die fliehenden Bürger und mutigen Kanoniere zu sehen. Rechts tanzen die Schäffler, die nach der Pest als erste durch die Gassen streiften, um die Münchner wieder ins Freie zu locken. Ihre Bögen aus grünem Buchs formen eine lange Schlange – den besiegten Pestwurm. In alten Darstellungen des Wurmecks ist auch der Drachentöter Georg zu entdecken. Er ist jetzt am anderen Eck des Neuen Rathauses zu finden, als Schutzpatron der Wittelsbacher.

 

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