Zukunft der deutschen Piloten Rosberg wird reich, Sutil muss zittern

Formel-1-Weltmeister Vettel ist außen vor, doch für einige andere deutsche Stars hat die heiße Phase beim Vertragspoker begonnen

 

ABU DHABI Die Messe ist längst gelesen, die Weltmeister stehen mit Sebastian Vettel und Red Bull ja längst fest. Für die Piloten der Formel 1 geht es vor Beginn des vorletzten Grand Prix des Jahres am Sonntag in Abu Dhabi (14 Uhr, RTL und Sky live) nur noch ums Schaulaufen. Die Fahrer können sich noch zwei Mal ihren Fans präsentieren – und auch den Teams.

Durch den frühen Titelgewinn Vettels hat dieses Jahr auch die so genannte „silly season”, die Zeit der Wechselgerüchte und Fahrerbekanntgaben, früher begonnen. Den größten Coup feierten dabei schon am Donnerstag Mercedes und Nico Rosberg. Der 26-Jährige verlängerte bei den Silberpfeilen vorzeitig seinen Kontrakt um ein weiteres Jahr bis 2013 – und steigt damit in die Riege der absoluten Top-Verdiener auf. Rosberg, dem zuletzt Kontakte zu Ferrari nachgesagt wurden, verdient künftig rund zwölf statt bisher sechs Millionen Euro pro Jahr.

Weltmeister Vettel bringt es im Vergleich auf 16 Millionen Euro. Klar, dass Rosberg sich zufrieden zeigte. „Ich bin sehr glücklich, meinen Vertrag verlängert zu haben. Wenn ich mein erstes Rennen in einem Silberpfeil gewinne, wird das einer der Höhepunkte in meinem Leben sein”, sagte er.

Rosberg ist durch seine Unterschrift also vom Markt, was nicht alle seine Kollegen aus Deutschland uneingeschränkt freuen dürfte. Denn nicht jeder der derzeit fünf Piloten hat sein Cockpit für die kommende Saison sicher. Die Situation der deutschen Formel-1-Fahrer im Überblick:

Sebastian Vettel: Der Doppel-Weltmeister steht außer Diskussion. Sein Vertrag bei Red Bull läuft bis 2014, seine Bezüge erhöhen sich dabei jedes Jahr. Sollte er einmal eine neue Herausforderung suchen wollen – etwa bei Ferrari oder Mercedes – würde ihm der Rennstall aber sicher keine Steine in den Weg legen.

Michael Schumacher: Der Vertrag des 42-Jährigen bei Mercedes läuft Ende nächster Saison aus. Zuletzt aber machte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug dem Rekordweltmeister Hoffnungen, dass auch sein Kontrakt verlängert werden könnte. Tatsächlich ist Schumacher im zweiten Jahr seit seiner Rückkehr zunehmend stärker geworden. Er fährt in etwa auf einem Niveau mit Rosberg, dem alle Experten Top-Leistungen attestieren. Auch die zwischenzeitlichen Motivationsprobleme scheinen passé.

Adrian Sutil: Nach vier Jahren in der Formel 1 ist die Zukunft des Gräfelfingers so ungewiss wie nie. Trotz ordentlicher Leistungen – Sutil holte diese Saison bisher 30 Punkte, neun mehr als sein Teamkollege Paul di Resta – will Force India seinen Vertrag nicht mehr verlängern. Sutil glaubt aber weiter an seine Zukunft in der Formel 1. Sein Manager Manfred Zimmermann soll bereits mit Williams verhandeln, wo aber auch Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen im Gespräch ist. Eine weitere Option wäre Renault.

Timo Glock: Der 29-Jährige hat das Hinterherfahren bei Marussia-Virgin noch nicht satt und hat seinen Vertrag bis 2014 verlängert.

Nico Hülkenberg: Derzeit Testfahrer bei Force India, soll er nächste Saison beim Rennstall des indischen Biermilliardärs Vijay Mallya das Cockpit von Adrian Sutil bekommen. Hülkenberg war schon 2010 bei Williams Stammfahrer, wurde dort aber trotz ordentlicher Leistungen aussortiert, weil er die geforderten Sponsorengelder nicht aufbringen konnte.

Nick Heidfeld: Der 34-Jährige, im Juli bei Renault aussortiert, hofft weiter auf ein Cockpit in der Formel 1, kann sich aber auch einen Wechsel in die DTM vorstellen. Möglich wäre dies bei Mercedes – in Verbindung mit dem Testfahrerjob beim Formel-1-Rennstall der Stuttgarter. 

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