Zugführerin beschimpft Streik in Frankreich auch an Silvester

Ein Mann betritt eine U-Bahn-Station in der französischen Hauptstadt Paris. Foto: Kamil Zihnioglu/AP/dpa/dpa

Der Dauerstreik in Frankreich sorgt auch zum Jahreswechsel für Schwierigkeiten, besonders für Reisende. In Paris fahren zahlreiche Metrolinien nur eingeschränkt.

 

Paris - Auch an Silvester ist der Nah- und Fernverkehr wegen des Dauerstreiks gegen die Rentenreform in Frankreich extrem gestört. In der Hauptstadt Paris fuhren an diesem Dienstag zahlreiche Metrolinien nur eingeschränkt, zwei blieben komplett geschlossen.

Zu den Silvesterfeierlichkeiten werden auf dem Prachtboulevard Champs-Élysées jedes Jahr Hunderttausende erwartet - die Anreise mit der Bahn nach Paris war für Touristen in diesem Jahr allerdings extrem schwierig, da zahlreiche Züge ausfielen.

In der Silvesternacht sollen die beiden voll automatisierten Linien bis etwa 2.00 Uhr fahren. Zusätzliche Busse sollen die Feiernden sicher nach Hause bringen. Die Fahrten mit Metro, Bus und Tram sind in der Silvesternacht wie jedes Jahr kostenlos. Auch in diesem Jahr gibt es wieder massive Sicherheitsmaßnahmen in der ganzen Stadt.

Für Wirbel sorgt ein Video, das zeigt, wie die Zugführerin einer Metro von Streikenden beschimpft und angegangen wird. Der Vorfall ereignete sich Berichten zufolge am Montag in einer Metrostation im Süden der Stadt. Zu sehen ist, wie die Frau auf dem Bahnsteig zu ihrer Morgenschicht geht. Hinter ihr folgen zahlreiche Menschen, die sie ausbuhen und bedrängen. "Gestern Morgen wurde die Zugführerin einer Metro bei ihrem Dienstbeginn von Streikenden eingeschüchtert. Dies ist nicht akzeptabel. Es wurde eine interne Untersuchung eingeleitet", erklärten die Pariser Verkehrsbetriebe RATP.

Die Musiker der Pariser Oper gaben am Dienstag aus Protest gegen die Reformpläne ein Konzert vor dem Bastille-Opernhaus. Mit der Rentenreform würden auch die Angestellten der Oper viele ihrer Sonderrechte verlieren. Es ist nicht der erste Protestauftritt der Opern-Mitarbeiter - seit Wochen fallen Konzerte aus.

Mit der umstrittenen Rentenreform will die französische Mitte-Regierung die Zersplitterung in 42 verschiedene Einzelsysteme beenden und damit auch Sonderrechte abschaffen. Außerdem sollen die Franzosen dazu angehalten werden, länger zu arbeiten. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will sich am Dienstagabend in einer Fernsehansprache an die Bevölkerung wenden.

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