Dach eingestürzt Schnee-Chaos in Bayern: 54 Tiere aus Stall gerettet

Einsatzkräfte stehen vor einem eingestürzten Kuhstall. Der Stall, in dem viele Kühe und Kälber standen, brach in der Nacht zu Montag unter der Schneelast zusammen. Foto: Armin Weigel/dpa

Schneefall hat am Montag den Straßen- und Schienenverkehr im südlichen Bayern ausgebremst. In Niederbayern wurden 54 Kühe und Kälber verschüttet.

 

München - Erneuter Schneefall hat den Verkehr im Süden Bayerns auch am Montagmorgen ins Stocken gebracht. "Vor allem an den Alpen gibt es örtlich bis zu 30 Zentimeter davon", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Im Bayerischen Wald und in der Oberpfalz verzeichnete der DWD teilweise bis zu 20 Zentimeter Neuschnee.

Kühe und Kälber verschüttet

Unter der Schneelast stürzte in der Nacht das Dach eines Stalls im niederbayerischen Pilsting (Landkreis Dingolfing-Landau) ein, in dem 54 Kühe und Kälber untergebracht waren. Die Polizei konnte mit zahlreichen Helfern alle Tiere retten.

Viele Ausfälle am Flughafen München

Am Münchner Flughafen Franz Josef Strauß wirbelte das Wetter den Flugplan von Sonntag durcheinander. Von rund 1.000 geplanten Starts und Landungen wurden 240 gestrichen. Rund 170 Verbindungen waren mehr als eine halbe Stunde verspätet. Auch am Albrecht-Dürer-Airport Nürnberg fielen wegen des Wetters einzelne Flüge aus – vor allem von und nach München.

Das Chaos am Münchner Airport setzte sich auch am Montag fort: Hier fallen nach Angaben eines Flughafen-Sprechers am Montag rund 140 Flüge aus.

Dutzende Unfälle und umgestürzte Bäume in der Nacht auf Montag

Bei verschneiten und glatten Straßen hat es in Süd- und Ostbayern mehrere Unfälle gegeben. Die Polizei verzeichnete in Niederbayern knapp 30 Unfälle in der Nacht zum Montag. "Es waren überwiegend Blechschäden", sagte ein Sprecher.

Auch in der Oberpfalz gab es laut Polizei mehrere Unfälle mit teils hohen Sachschäden. Im Landkreis Cham kam am frühen Morgen ein Mann mit seinem Auto von der glatten Straße ab, es rutschte auf ein Bahngleis. Bei dem Unfall wurde der Fahrer in seinem Auto eingeklemmt. Ein Rettungshubschrauber brachte den Schwerverletzten nach der Bergung in ein Krankenhaus.

In den Landkreisen Cham und Regensburg meldete die Polizei zahlreiche umgestürzte Bäume. Auch auf der A95 musste die Feuerwehr am Morgen einen umgestürzten Baum beseitigen. Auf der A8 blieben am Morgen am Bernauer Berg Richtung München einige Lastwagen hängen.

Feuerwehr im Dauereinsatz in München

Auch die Münchner Feuerwehr war bis Montagmorgen unzählige Male im Einsatz – eine erste Bilanz gibt es hier. Daneben teilte die Stadt am Montag mit, dass die Friedhöfe in München bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Die Gefahr, dass Äste herabstürzen oder sogar Bäume umkippen, sei zu groß.

In München hat das Baureferat davor gewarnt Bereiche mit Baumbestand wie Parks und Grünanlagen, die Isarauen und städtische Wälder zu betreten. Auch hier besteht Baumbruchgefahr.

Schnee legt Züge lahm

Viel Geduld haben Pendler in München und Umgebung am Montagmorgen mitbringen müssen. Dort wurde eine Oberleitungsstörung gemeldet. Es kam zu Ausfällen und Verspätungen bei der S-Bahn München, die Stammstrecke konnte etwa eine Stunde lang nicht befahren werden.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn vermutete als Ursache einen technischen Defekt an einem Fahrzeug. Bei Puchheim (Lkr. Fürstenfeldbruck) fuhr ein Auto in einen Oberleitungsmast. Der Bahnhof Puchheim wurde komplett gesperrt, und es wurde ein Pendelverkehr eingerichtet. Aktuelle Informationen zu der Störungslage bei der S-Bahn finden Sie hier.

Nach heftigem Schneefall waren im Bereich der S 7 bei Icking sowie zwischen Aying (Lkr. Bad Tölz-Wolfratshausen) und Höhenkirchen-Siegertsbrunn (Lkr. München) mehrere Bäume in die Gleise gefallen. Hier wurde Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Auch im Regionalverkehr kam es wegen Weichenstörungen zu einigen Verspätungen. Bei der Bayerischen Oberlandbahn endeten die Züge Richtung Bayrischzell (Lkr. Miesbach) bereits in Holzkirchen. Es wurden Busse eingesetzt.

Lawinengefahr wieder angestiegen

In den Ammergauer, den Werdenfelser und den Chiemgauer Alpen sowie in den Bayerischen Voralpen stieg die Lawinengefahr mit dem vielen Neuschnee auf die zweithöchste Stufe 4 und galt damit als groß. Für die Allgäuer und die Berchtesgadener Alpen meldete der Lawinenwarndienst Stufe 3 und damit erhebliche Gefahr.

Ein Skitourengeher erlebte dies am Montag aus nächster Nähe: Er geriet auf der Alpspitz bei Nesselwang im Landkreis Ostallgäu in eine Lawine, die sich aus zunächst ungeklärter Ursache gelöst hatte. Die Schneemassen begruben den 32-Jährigen vollständig unter sich - doch er konnte sich aus eigener Kraft befreien und blieb unverletzt.

Am Tegelberg im Allgäu erfasste eine Lawine ein Ehepaar aus Kempten. Die 56-Jährige und ihr 52 Jahre alter Mann wurden leicht verletzt und konnten sich selbst befreien. Sie waren auf einem von Skitourengehern genutzten Weg unterwegs, der von der Lawine auf einer Breite von 30 Metern verschüttet wurde. Weitere Menschen wurden von der Lawine laut Polizei nicht erfasst.

Schulausfälle in Niederbayern und Oberpfalz

Wegen des Schneefalls ist am Montag in 14 bayerischen Landkreisen und Kreisstädten der Unterricht zum Teil oder ganz ausgefallen. In Pfaffenhofen, Dingolfing-Landau, Kehlheim, Landshut (Landkreis und Stadt), Cham, Neumarkt in der Oberpfalz, Regensburg (Landkreis und Stadt), Schwandorf und Weiden in der Oberpfalz hatten alle Schüler «Winterfrei». In Regen, Straubing-Bogen und Wunsiedel im Fichtelgebirge fiel der Unterricht nur an einzelnen Schulen aus.

Das Bayerische Kultusministerium ging davon aus, dass der Unterricht am Dienstag in ganz Bayern wieder planmäßig stattfinden kann. Schüler, die am Montag in die Schule kamen, wurden dort von Lehrern betreut.

So wird das Wetter in Bayern

Allerdings ist ab Montag vorerst Schluss mit Schnee. Die Aussicht auf nächste Woche dürfte vor allem Wintersportler dennoch freuen. "Nachts rechnen wir mit leichtem Frost, tagsüber scheint ab Montag die Sonne", sagte der DWD-Sprecher.

Bei Temperaturen von minus einem bis plus fünf Grad werde der Himmel - von Frühnebel abgesehen - im Freistaat weitgehend wolkenlos sein. Das soll den Experten zufolge bis mindestens Ende der Woche so bleiben. Die ausführliche Wetterprognose für München und Bayern finden Sie hier.

 

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