Zug-Drama von Memmingen Warum mussten Nicole und Vanessa sterben?

Freunde haben an der Unfallstelle Blumen niedergelegt und an einer Säule Fotos von Nicole und Vanessa angebracht. Foto: AZ

Nach dem tragischen Bahnunfall mit zwei getöteten Mädchen im schwäbischen Memmingen suchen die Ermittler weiter nach der Ursache. Selbstmord und ein Fremdverschulden schließt die Polizei aus.

 

Memmingen - Ein Polizeisprecher sagte am Samstag es sei ein entsprechender Hinweis eingegangen. Die beiden 14 und 16 Jahre alten Mädchen waren am Freitag an einer Bahnunterführung der Autobahn A 7 auf der Strecke von Lindau nach Augsburg von einer Regionalbahn erfasst und tödlich verletzt worden. Der 52 Jahre alte Triebwagenführer hatte die Kollision zunächst nicht bemerkt. Der Zug wurde erst im 45 Kilometer entfernten Buchloe angehalten.

Die Ermittler gingen nach wie vor von einem Unglücksfall aus, sagte der Polizeisprecher weiter. Ob es sich tatsächlich um eine Mutprobe unter Jugendlichen gehandelt habe, müssten die weiteren Untersuchungen zeigen. Die Polizei schließt Selbstmord sowie ein Fremdverschulden aus. Spekulationen, wonach der Unfall mit einem Handy gefilmt wurde, wollte der Sprecher nicht kommentieren. Es gebe keine Augenzeugen von dem Unfall.

Ein 15-Jähriger, der mit den Mädchen an der Unglücksstelle verabredet war, hatte gemeinsam mit Passanten die Leichen entdeckt und die Polizei alarmiert. Alle Beteiligten, ebenso der Lokführer, stünden unter Schock und seien nach wie vor nicht vernehmungsfähig.

Die Ermittler beklagten am Samstag, dass sich immer wieder Schaulustige an dem Unglücksort am Stadtrand von Memmingen einfänden und die Arbeit der Polizei erschwerten. Die Bahnstrecke war noch am Freitagabend wieder freigegeben worden. Die Bahn hat nach Angaben des Polizeisprechers jedoch angeordnet, dass die Züge in dem Streckenabschnitt am Wochenende bis auf Weiteres auf Sicht fahren müssen.

 

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