Zu viele Anträge Asyl-Behörde muss jetzt Schichtarbeit leisten

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge muss schon Sonderschichten einlegen, weil sich die Asyl-Anträge zunehmend häufen. Foto: dpa

Das Bundesinnenministerium hat Kritik am Mitarbeiterengagement beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zurückgewiesen. Schon jetzt werde in Schlüsselbereichen der Behörde im Schichtbetrieb gearbeitet.

 

Berlin - Das Bundesinnenministerium hat Kritik am Mitarbeiterengagement beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zurückgewiesen. Schon jetzt werde in Schlüsselbereichen der Behörde im Schichtbetrieb gearbeitet, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag in Berlin.

Führende SPD-Politiker aus den Ländern hatten gefordert, die BAMF-Mitarbeiter müssten dringend auch am Wochenende arbeiten, um den großen Berg an unerledigten Asylanträgen abzutragen.

Innenministeriums-Sprecher warnt vor Überlastung

Der Sprecher des Innenressorts sagte, Details zum Schichtsystem beim BAMF und möglicher Wochenendarbeit könne er nicht nennen. Er mahnte jedoch, es sei nicht vernünftig, die Mitarbeiter der Behörde im großen Stil in Nacht- und Wochenenddienste zu drängen und sie so zu "verbrennen". Schließlich werde sich die Lage nicht innerhalb weniger Tage oder Wochen ändern, und die Mitarbeiter würden auch in einigen Monaten noch gebraucht. Er appellierte an die Beteiligten, es sei besser, an einem Strang zu ziehen "als aufeinander mit dem Finger zu zeigen".

Lob für Behördenleiter Weise

Der Sprecher betonte, beim BAMF habe sich in den vergangenen Monaten unter dem neuen Behördenleiter Frank-Jürgen Weise viel getan. Die durchschnittliche Dauer der Asylverfahren habe sich auf 5,2 Monate verkürzt.

Mittlerweile gebe es pro Tag etwa 1600 Asyl-Entscheidungen. Viele Stellen seien neu besetzt worden, eine größere Zahl an Einstellungen folge in den nächsten Wochen. Allerdings müssten auch Entscheider bei der Behörde erst eingearbeitet werden. Außerdem seien dort etwa 600 Kräfte aus anderen Behörden im Einsatz.

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