Ziel um 400 Kilometer verfehlt Rentnerpaar aus Erding verfährt sich und landet in Frankfurt

Ein betrunkener Autofahrer fragte ausgerechnet eine Polizei-Streife nach dem Weg zu einem Bordell. Foto: imago

Aufregung um ein verschwundenes Ehepaar aus dem Landkreis Erding.  Rentner wollten ihre Tochter im 26 Kilometer entfernten Steinkirchen besuchen und landet 400 Kilometer entfernt in Frankfurt an einem Lichtmast. Alles über die spektakuläre Irrfahrt

 

Erding - Eigentlich wollte das Rentnerpaar aus Isen (Landkreis Erding) nur die Tochter in Steinkirchen besuchen. Dabei kamen sie allerdings leicht vom Kurs ab und landeten schließlich im gut 400 Kilometer entfernten Frankfurt am Main. Regelmäßig besucht das Rentnerpaar seine Tochter im nur 26 Kilometer entfernten Steinkirchen. Knapp eine halbe Stunde brauchen die beiden dazu in ihrem VW Polo.

Nie zuvor hatte es bei den Fahrten Probleme gegeben. Der VW kam trotz seiner elf Jahre und etlicher Kilometer auf dem Tacho immer am Ziel an. Über ein Navi verfügt der Kleinwagen nicht. Wozu auch. Der 85-Jährige und seine drei Jahre jüngere Frau kennen sich auf der Strecke von Isen über Taufkirchen an der Vils bis Steinkirchen aus wie in ihrer Westentasche.

Um 15 Uhr fuhren sie am vergangenen Freitag los. Doch das Ehepaar kam nie in Steinkirchen an. Die Tochter begann, sich Sorgen zu machen. Hatten ihre Eltern eine Panne oder vielleicht sogar einen Unfall? Nachfragen konnte sie nicht. Ihre Eltern hatten kein Handy dabei. Um 20 Uhr verständigte die Tochter schließlich die Polizei in Dorfen. Sämtliche Kliniken in der weiteren Umgebung wurden kontaktiert. Fehlanzeige. Nirgends war das Ehepaar eingeliefert worden. Meldungen über Unfälle lagen der Polizei ebenfalls nicht vor. Bis nach München wurde die Suche ausgedehnt – nirgends eine Spur.

Was folgte, war eine schlaflose Nacht für die Tochter. Keine Sekunde ließ sie das Telefon aus den Augen. Doch nichts passierte. Am nächsten Morgen setzte die Polizei die Suche fort. Diesmal sogar mit Luftunterstützung. Ein Polizeihubschrauber flog die Gegend ab. Doch das Rentnerpaar blieb verschwunden.

Am späten Samstagabend kam dann die erlösende Nachricht. Dem 85-Jährigen und seiner Frau geht es gut. Das Rentnerpaar hatte sich verfahren – um gut 400 Kilometer und war schließlich in Hessen herausgekommen. Das Ehepaar hatte am Samstag in Frankfurt am Main einen harmlosen Unfall gebaut. Der VW hatte einen Lichtmast gestreift. Als die Verkehrspolizei die Personalien der Insassen überprüfte, entdeckten die Beamten, dass sie es mit dem vermissten Ehepaar aus Bayern zu tun hatten.

Ähnlich war es eine Woche zuvor einem Ehepaar aus Mecklenburg ergangen. Der 75-jährige Fahrer und seine 77 Jahre alte Frau waren am 5. September zu einer kurzen Einkaufsfahrt in Neubrandenburg aufgebrochen. Dabei fuhren sie mit ihrem Auto 700 Kilometer bis nach Unterfranken. Eine Streife der Autobahnpolizei stoppte das Paar. Der 75-Jährige hatte an einer Tankstelle die Rechnung nicht bezahlt; deshalb hatten die Betreiber die Polizei gerufen. Das Paar war verwirrt. Beide kamen zur Erholung für ein paar Tage in eine Klinik nach Lohr am Main, bevor es zurück nach Mecklenburg ging.

 

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