Zeckenalarm in Bayern Hohe Zahl von Borreliose und FSME-Fällen!

Die Zahl der durch Zecken verursachten Krankheitsfälle in Bayern ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Foto: Patrick Pleul/dpa

Zeckenalarm in Bayern! Bereits Anfang August meldete das Landesamt für Gesundheit eine drastische Steigerung von Infektionen mit Borreliose und FSME-Fällen. Wie Sie einen gefährlichen Biss frühzeitig erkennen, erfahren Sie hier.

 

Erlangen - Endlich ist der Sommer da - aber aufgepasst! Mit den steigenden Temperaturen werden auch die Zecken immer aktiver. Und das kann ganz schön gefährlich werden. In Bayern ist die Zahl der durch die kleinen Blutsauger verursachten Krankheitsfälle drastisch gestiegen.

Mehr als 2.600 Infektionen mit Borreliose registrierte das Landesamt für Gesundheit in Erlangen zum Ende der ersten Augustwoche. Erschreckend, denn das sind 40 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2015. Auch die Zahl der FSME-Fälle lag dieses Jahr bereits bei etwa 100 - 26 Prozent mehr als im Vorjahr.

Eine LGL-Sprecherin bezeichnete dies dennoch als "erwartbare Schwankung im Verlauf der Meldejahre". 2013 beispielsweise habe die Zahl der Borreliose-Fälle im gleichen Zeitraum bei rund 3080 gelegen. Also deutlich höher als dieses Jahr - und das obwohl die Meldepflicht in Bayern 2013 erst Anfang März eingeführt worden war. 2014 und 2015 lagen die Zahlen dann bei rund 1800.

Symptome der Lyme-Borreliose

Die Lyme-Borreliose ist die am häufigsten von Zecken übertragene Infektionskrankheit. Sie beginnt häufig mit der sogenannten Wanderröte - einem roten Ring, der sich um den Zeckenstich herum bildet und immer größer wird. Weitere Symptome können Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Fieber - auch erst Wochen nach dem Stich - sein.

Unbehandelt kann die durch Borrelien verursachte Krankheit zu Spätfolgen wie Gelenk-, Herzmuskel- oder Nervenentzündungen führen. Borreliose kann mit Antibiotika behandelt werden.

Impfung gegen FSME

Bei den FSME-Fällen wurde in den Jahren 2005, 2011 und 2013 bis August jeweils eine ähnlich hohe Zahl erreicht wie in diesem Jahr. 2014 und 2015 hingegen wurden nur zwischen 70 und 80 Fälle registriert. Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sind Viren.

Die FSME ist eine fieberhafte Erkrankung unter Beteiligung der Hirnhäute. In besonders schweren Fällen kann es zur Gehirnentzündung und zur Schädigung des Rückenmarks kommen. Für die Behandlung gibt es keine Medikamente, man kann sich allerdings dagegen impfen lassen.

Laut LGL haben mehrere klimatische und ökologische Faktoren Einfluss auf die Fallzahlen bei FSME und Borreliose. Dazu gehörten die Aktivität und der Lebenszyklus von Zecken, das Freizeitverhalten der Menschen und die Größe und Verteilung der Mäusepopulationen, die Wirtstiere von Zecken sind. Die LGL-Sprecherin sagte: "Sollte die Witterung in diesem Jahr anhaltend warm und feucht bleiben, ist mit einer hohen Zeckenaktivität bis weit in den Herbst zu rechnen."

 

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