Zählweise "strukturell rassistisch"? Kriminalitätsstatistik: Wie aus Münchnern Ausländer werden

Der Münchner Kerem Schamberger Foto: ape

Für den Anstieg von Straftaten mit "ausländischer Ideologie" hat die Polizei einen Schuldigen

 

München - Einen deutschen Pass hat Kerem Schamberger, 31, aus München. Auch die meisten seiner ebenfalls politisch aktiven Freunde und Bekannten. Trotzdem stehen sie in der Polizeistatistik zum Jahr 2017 unter dem Punkt "Politisch motivierte Kriminalität - Ausländer".

114 Straftaten werden dort gelistet - 49 mehr als 2016 (+75,4 Prozent). Den Anstieg erklärt die Polizei München in den Sozialen Medien so: "Ein Deutscher veröffentlichte auf seinem Facebook-Account mehrere verbotene Symbole der YPG, YPJ und PYD, alle der verbotenen Organisation PKK nahestehend." Die seien weiter verbreitet worden, was weitere Anzeigen nach sich zog.

Die Statistik beziehe sich auf die Symbolik, sagte ein Sprecher auf AZ-Nachfrage, "weil das eine ausländische Ideologie ist und die PKK keine deutsche Organisation".

Schamberger kritisierte diesen Ansatz als "strukturell rassistisch": So werde so getan, als sei "Solidarisierung mit Organisationen wie der YPG ein Import extremistischer Ausländer".

 

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