Yasin Ehliz übt Kritik 1:4-Klatsche! EHC Red Bull München liegt in DEL-Finalserie hinten

Enges DEL-Finale: der EHC Red Bull München gegen die Adler Mannheim. Foto: imago/Thomas Frey

Meister EHC Red Bull München verliert auch Spiel drei des Finales bei den Mannheim Adlern mit 1:4 - und liegt in der Serie nun mit 1:2 zurück. "Es ist extrem ärgerlich", sagt Nationalstürmer Yasin Ehliz.

 

München/Mannheim - Der Heimfluch ist gebrochen – sehr zum Münchner Leidwesen. Im siebten Aufeinandertreffen dieser Saison zwischen dem Serienmeister EHC Red Bull München und den Adlern Mannheim setzte sich erstmals die Heimmannschaft durch.

Adler Mannheim führen in Serie 2:1

Die Adler gewannen Spiel drei der Finalserie im Duell der Eishockey-Titanen mit 4:1 und führen damit 2:1 in der Best-of-Seven-Serie. Spiel vier steigt am Mittwoch (19.30 Uhr, Magenta Sport) wieder am Oberwiesenfeld. "Wir sitzen viel zu viel auf der Strafbank, so kann man keine Spiele gewinnen. Die Niederlage ist auch verdient, wenn wir draußen sitzen und sie die Tore machen", sagte Nationalstürmer Yasin Ehliz, "wir müssen die Fouls lassen, darauf warten die nur. Es ist extrem ärgerlich."

Ärgerlich auch der Horrorstart des EHC im dritten Spiel der Finalserie gegen den Hauptrundenbesten. Nach nur fünf Sekunden zappelte der Puck im Netz. Direkt nach dem Eröffnungsbully verschätzte sich Münchens Nationalverteidiger Daryl Boyle, die Scheibe kam zu Adler Matthias Plachta, der bedankte sich und ließ Goalie Danny aus den Birken keine Chance, das 1:0. Fünf Sekunden, das stellte den DEL-Rekord aus dem Jahre 1998 von Augsburgs Andre Faust gegen Nürnberg ein.

EHC Red Bull München sehr offensiv

"Schlechter kann es gar nicht losgehen. Mannheim pusht so ein Start natürlich gewaltig. Das ist perfekt für sie", sagte der frühere DEL-Goalie und jetzige Magenta-Sport-Experte Patrick Ehelechner, "ich verstehe nicht, warum München derart offensiv orientiert war."

Doch das 1:0 war nur der erste Akt dieses Schocks on Ice. Nach drei Minuten ging Trevor Parkes wie ein wilder Stier in einen Check gegen Sinan Akdag. Er verfehlte den Adler am Oberkörper, traf ihn stattdessen Knie gegen Knie. Die Schiedsrichter berieten lange, verhängten dann die Höchststrafe – fünf Minuten plus Spieldauer. Parkes musste vorzeitig zum Duschen. Eine überharte, eine falsche Entscheidung. "Ich würde das nicht als Kniecheck auslegen, für mich war das keine Spieldauer, Parkes fährt nur den Check zu Ende", analysierte Ex-Nationalspieler Sven Felski, der es in der DEL auf 924 Einsätze gebracht hat, bei Magenta Sport.

John Mitchell trifft die Latte

Einer weniger, das ist schlecht – zwei weniger sind fatal. Boyle fing sich gleich noch eine Strafe wegen Haltens ein, die Adler nutzten die doppelte Überzahl zur 2:0-Führung durch Andrew Desjardins (7.). "Das ist natürlich ein brutaler Schock für München", sagte Ehelechner.

Danach schüttelte der EHC die Schockstarre ein wenig ab, John Mitchell traf nur die Latte (13.). München, das ohne die verletzten Konrad Abeltshauser, Justin Shugg, Maximilian Kastner, Jason Jaffray und Topscorer Mark Voakes, der nach einem Check gegen die Bande in Spiel zwei mit einer Unterkörperverletzung ausfällt, auskommen musste, war trotzdem ständig im Verteidigungsmodus. In der 17. Minute jubelten die Mannheimer erneut. Markus Eisenschmid mit dem Treffer – doch die Schiedsrichter erkannten das Tor richtigerweise wegen hohen Stocks nicht an.

Frank Mauer: "Das war ein herber Dämpfer"

"Das war ein herber Dämpfer gleich zu Beginn, da müssen wir durch, es hilft ja alles nichts. Wir müssen hart arbeiten, wir schauen den Adlern beim Spielen zu, das ist nicht gut genug für so eine Mannschaft", sagte Münchens Nationalstürmer Frank Mauer in der Drittelpause. Noch in Spiel eins war er in der Overtime zum 2:1-Matchwinner avanciert.

Spiel zwei am Samstag hatten die Adler in einer hitzigen Eisschlacht mit 3:0 gewonnen. Die war so emotions- und testosterongeladen, dass beide Mannschaften sich auch nach Ende des ersten Drittels Faustkampf-Scharmützel leisteten. Die DEL belegte am Montag beide Trainer – Münchens Don Jackson und Mannheims Pavel Gross – mit Geldstrafen, weil sie "zugelassen haben, dass sich Spieler von der Bank kommend an Auseinandersetzungen auf dem Eis beteiligten".

Nach der Drittelpause drehte München kurzzeitig auf, doch der nächste Tiefschlag ließ nicht lange auf sich warten. In der 26. Minute schoss Desjardins EHC-Verteidiger Ryan Button an, von dessen Schienbein sprang der Puck ins Netz – 3:0!

Andreas Eder: "Wir sind zu hundert Prozent da"

"Irgendwann müssen wir ein Tor schießen, egal wie. Wir sind jetzt zu hundert Prozent da", sagte EHC-Stürmer Andreas Eder. Prophetische Worte, Patrick Hager nutzte gleich danach eine Überzahl zum 3:1 (31.). Das erste Münchner Powerplay-Tor überhaupt in der Finalserie.

Im letzten Drittel setzten die Mannheimer den Schlusspunkt – Tommi Huhtala netzte zum 4:1-Endstand ein (57.). München fiel nur noch durch dumme Frustfouls auf. So hat der Serienmeister keine Chance auf den vierten Titel en suite. Die Adler im Aufwind, der EHC im Sinkflug.

 

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