Wurst to go In Freising gibt's Grillfleisch aus dem Automaten

Metzgermeister Steffen Schütze füllt in Freising seinen Automaten, "Die Schlemmerbox", mit Grillfleisch und Würsten auf. Der Automat kühlt abgepackte Fleisch- und Wurstwaren, so dass Kunden 24 Stunden am Tag Produkte zum Grillen und Kochen ziehen können. Foto: Jörg Koch, dapd

Vieles kann man inzwischen am Automaten kaufen - inzwischen auch Fleisch und Würstel. Zumindest in Freising: Dort betreibt ein Metzger einen Automaten für Grillfleisch.  

Freising/Mantel - Handys und Ladekabel kann man am Münchner Flughafen an einem Automaten eines Elektromarktes kaufen. Sogar Goldbarren gibt es auf Knopfdruck : Ein Geschäft in der Stadt bietet diese in zwei Metallboxen an. Ein anderer Automat offeriert Reisenden Legosteine am Hauptbahnhof der Landeshauptstadt. „Der Absatz an Automaten ist gestiegen“, berichtet Mieke Feldmann vom Bundesverband der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft. Bundesweit gebe es sogar schon Angelwürmer, Grablichter und Ballerinas auf Knopfdruck.

„Ein Automat hat einen Riesenvorteil – er steht 24 Stunden am Tag bereit“, sagt Feldmann. Die neueste Entwicklung zeichnet sich derzeit bei Metzgern ab. In der Oberpfalz und in Freising bieten zwei Fleischer unabhängig voneinander ihr Grillfleisch „to go“ an. Steffen Schütze aus Freising hat die „Schlemmerbox“ seit Anfang Mai vor seinem Geschäft aufgestellt. Das Sortiment umfasst neben Schweinelendchen und Grillwürstchen auch Kartoffelsalat und Knoblauchbutter.

Trotz des kurzen Zeitraums, seit dem der Automat aufgestellt ist, zeigt sich Schütze zufrieden mit dem Absatz. „An einem Spitzentag waren es ungefähr 300 Produkte, die weggegangen sind“, sagt Schütze. „Ich bin mal gespannt, wie es wird, wenn wir erst Grillwetter haben.“ Die Idee entwickelte Schütze im Gespräch mit ein paar Freunden. Gerade die jungen Leute aus seinem Freundeskreis würden oft spontan Grillpartys feiern und hätten immer das Problem gehabt, am Wochenende nach Ladenschluss frisches Fleisch zu bekommen.

Die Qualität an der Tankstelle sei einfach nicht die gleiche wie beim Metzger, betont Schütze. In seinem Automaten sei das „Brutzelgut“ jederzeit verfügbar. „Ich fülle ihn jeden Abend auf.“ Jedoch solle die Box hauptsächlich die Zeiten überbrücken, in denen seine Metzgerei geschlossen habe. „Ansonsten sollen die Leute aber doch weiter ins Geschäft gehen“, meint Schütze.

Umluftkühlung sorgt für Temperaturen um drei Grad Celsius

Um die Frische der Produkte müssen sich die Kunden keine Sorgen machen. Eine Umluftkühlung hält die Temperatur in der Box konstant bei drei Grad Celsius und eine Schutzfolie schirmt das Frischfleisch von der Sonne ab. Auch fallen die Produkte nicht wie bei einem Getränkeautomaten einfach ins Ausgabefach. Ein Liftsystem transportiert die gewünschten Würstchen zur Entnahme zum Kunden.

Seit einem dreiviertel Jahr betreibt auch die Metzgerei Guber in der Oberpfalz einen Automaten, in dem neben Aufschnitt, Schinken und Fertiggerichten auch Grillfleisch im Angebot ist. Bei den Gubers hat sich der zusätzliche Verkaufskanal ebenfalls bewährt. „Wir sind zufrieden“, resümiert Metzger Michael Guber, der zusammen mit seinem Vater die Idee hatte. „Grillfleisch und Fertiggerichte sind bisher am besten gelaufen“, sagt Guber. Die Kosten für die 10.000 Euro teure Anschaffung habe man jedoch noch nicht wieder raus.

Über ein Jahr wollen sich die Gubers nun die Absatzzahlen anschauen und dann entscheiden, ob noch mehr Verkaufsboxen aufgestellt werden. Um die guten Erfahrungen mit den Automaten weiß auch der Fleischerverband Bayern. Nach seinem Kenntnisstand würden die Automaten ganz gut laufen, sagt Verbandssprecher Stefan Ulbricht. Von einem Trend will er allerdings nicht sprechen. Schließlich seien ihm bislang nur wenige vergleichbare Beispiele bekannt. Ulbricht warnt zudem davor, den Vertrieb komplett umzustellen. „Es fehlt bei Automaten an Fachberatung.“

 

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