Wunderlich wundert sich Ein bisschen Mitgefühl mit der Wohnwagenfraktion

Katja Wunderlich fiebert mit der deutschen Mannschaft mit. Foto: az

Katja Wunderlich, Radiomoderatorin bei „Bayern 3“ („Die Katja-Wunderlich-Show“), ist EM-Kolumnistin der AZ. Mehr über sie unter: www.katjawunderlich.de.

 

„Wir bohren euch die Löcher in den Käse“, solche Sprüche mussten sich die Oranjes vor dem Klassiker Niederlande-Deutschland bei der EM anhören, aber von dieser Häme ist zum Glück nichts mehr übrig. Natürlich könnten wir nach unserem Sieg auf sie herabblicken wie von einem hohen Ross, nach dem Motto, tja, da liegt ihr am Boden. Aber nach unten treten ist immer die billigste Variante.

Irgendwie mögen wir sie doch, die Wohnwagenfraktion, jetzt umso mehr! Wir sahen einen niedergeschlagenen, fassungslosen Robben, einen erschütterten, traurigen van Bommel, einen enttäuschten Sneijder.

Auf dem Spielfeld ist es doch normalerweise ein bisschen wie im Kindergarten: „Aber der hat mir doch ein Bein gestellt, Herr Schiedsrichter!“ „Gar nicht wahr, der hat mir ein Aua gemacht!“ Davon war nicht viel zu sehen. Dafür klatscht Klose Robben ab, dafür gibt sich ein Star wie van der Vaart demütig.

Des einen Freud, des anderen Leid, so ist das im Leben. Bei mir regt sich Mitgefühl für die Oranjes, aber mehr auch nicht. Die Euphorie über das Erfolgserlebnis für den tragischen Helden des Champions-League-Finales Schweinsteiger und den im Vorfeld kritisch beäugten Gomez überwiegt.

Hummels, Lahm, Neuer, wie sie alle heißen, ich hoffe, die superschlauen „Kritiker“ lassen euch jetzt endlich mal in Ruhe Fußball spielen. Und wenn Deutschland nach diesen beiden tollen Siegen am Ende doch noch ausscheidet, dann brauchen wir natürlich schon einen Schuldigen. Freiwillige vor! Mario, wie wär’s?

 

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