WTA-Turnier in Zhengzhou Kein schneller Trainer-Effekt: Kerber verliert wieder

Schied zum vierten Mal nacheinander in der ersaten Runde aus: Angelique Kerber. Foto: Michel Euler/AP/dpa

Interimstrainer Dirk Dier fiebert auf der Tribüne mit und spricht Angelique Kerber immer wieder Mut zu: Doch es hilft nichts. Die Tennisspielerin aus Kiel bleibt von ihrer gewünschten Form weit entfernt und kassiert in Zhengzhou die nächste Niederlage.

 

Zhengzhou - Auch mit ihrem neuen Interimstrainer Dirk Dier setzt sich für Deutschlands beste Tennisspielerin Angelique Kerber die sportliche Krise fort.

Beim ersten gemeinsamen Auftritt mit dem ehemaligen Profi konnte die Kielerin einen Matchball nicht nutzen und verlor beim WTA-Turnier im chinesischen Zhengzhou mit 7:5, 4:6, 6:7 (6:8) knapp gegen die US-Amerikanerin Alison Riske. "Ich habe mein Bestes gegeben. Das Einzige, was ich machen konnte, habe ich getan. Das ist bis zum Schluss kämpfen", sagte Kerber.

Nach einem Auf und Ab hatte Kerber im Tiebreak des dritten Satzes einen Matchball, musste sich aber dennoch nach 2:50 Stunden gegen die Weltranglisten-34. geschlagen geben. Die 31-Jährige wartet damit weiter seit ihrer Zweitrunden-Niederlage in Wimbledon vor gut zwei Monaten auf den ersten Sieg und schied zum vierten Mal nacheinander gleich zum Auftakt aus.

Gegen die mutiger und aggressiver spielende Riske machte Kerber im ersten Satz ein 1:4 und im dritten einen 1:3-Rückstand wett. Coach Dier kam Mitte des entscheidenden Durchgangs ein weiteres Mal als Ratgeber auf den Platz, versuchte die Nummer 15 der Welt zu stärken und sprach ihr Mut zu. Das half Kerber aber ebenso wenig zum Sieg wie die 6:5-Führung.

Kerber hatte als Reaktion auf ihr schwaches Abschneiden in dieser Saison für das mit 1,5 Millionen Dollar in Zhengzhou eine Wildcard angenommen. "Für mich ist es wichtig, wieder mein Selbstvertrauen zu finden. Ich bin hier, um gute Matches zu haben", hatte Kerber nach ihrer Ankunft in China gesagt und auf positive Erlebnisse vor dem Urlaub gehofft: "Es ist der Endspurt des Jahres. Ich versuche, die ganze Energie, die ich noch habe, rauszuholen."

Ex-Profi Dier soll der dreimaligen Grand-Slam-Siegerin, die nach der Trennung von Rainer Schüttler zuletzt ohne Trainer unterwegs gewesen war, in den kommenden Wochen aus der Krise helfen. Nachdem für sie auch bei den US Open in New York in der ersten Runde Schluss gewesen war, war der Ruf nach einem neuen Coach bei den Kritikern wie Boris Becker lauter geworden.

Dier wurde auf Kerbers Wunsch vom Deutschen Tennis Bund für das Ende der Saison freigestellt. "Für den DTB ist es selbstverständlich, eine so verdienstvolle Spielerin zu unterstützen", sagte DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff. Auf das neue Duo Kerber und Dier scheint eine Menge Arbeit zu warten.

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