Wohnungen in München Diese Genossenschaften suchen Mitglieder

So soll der Prinz Eugen-Park aussehen: Fünf Genossenschaften bauen hier. Für einen Baugrund ist noch nicht entschieden, welche. Foto: GSP Architekten/Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten

Genossenschaftlicher Wohnungsbau erlebt in München einen Aufschwung. Die AZ stellt vier frische Gründungen vor.

 

München - Es weht ein frischer Wind durch den Münchner Wohnungsmarkt. Das Stichwort heißt Genossenschaft. Die altehrwürdige Form des gemeinschaftlichen Bauens und Wohnens erlebt derzeit eine Renaissance. Für viele Münchner ist die Wohnform eine Möglichkeit, sich ihre Stadt zurückzuerobern.

„Es gibt da eine richtige Belebung“, sagt Christian Stupka von der Mitbauzentrale, die Menschen berät, die gemeinschaftlich bauen wollen. Etwa 40 Genossenschaften gibt es in München, die Historie der meisten reicht bis an die Anfänge des vergangenen Jahrhunderts zurück. Neugründungen waren in den letzten Jahren eine Seltenheit.

Ohne Genossenschaft könnten sich viele kein Eigenheim leisten Dass nun Bewegung in die Szene kommt, hat laut Stupka zwei Gründe: In München komme man aus eigener Kraft nur noch an eine Eigentumswohnung, „wenn man richtig Kohle hat“. Zusammen mit Mitstreitern ginge das eher. Zweitens biete die Stadt gute Rahmenbedingungen.

Stadtbaurätin Beate Merk bestätigt das: „Ich glaube, dass genossenschaftliches Wohnen eine der wenigen Formen ist, die Sicherheit bietet.“ 20 800 Wohnungen seien derzeit bei Münchens großen Bauprojekten am Entstehen, 2500 davon sind für Genossenschaften reserviert. Die Stadt stellt Beratungsangebote bereit, ermöglicht es Genossenschaften aber auch, Baugrund zu günstigeren Konditionen zu kaufen. Anders als gewöhnliche Bauträger zahlen Genossenschaften für städtischen Baugrund teilweise nur die Hälfte.

In eine Genossenschaft einzutreten, bedeutet Kostenersparnisse und eine sichere Wohnung – allerdings auch Arbeit: Gerade bei neu gegründeten Genossenschaften muss viel Zeit in das Projekt gesteckt werden. Es gilt, Mitgenossen zu finden, die bereit sind, Anteile zu zeichnen und mitunter Jahre zu warten, bis die Genossenschaft eine Ausschreibung gewinnt und bauen kann. Diese vier Gruppen haben den Schritt trotzdem gewagt – und suchen noch Mitstreiter.

Kooperative Großstadt

Sie sind die jungen Wilden unter den Genossenschaften und haben sich erst vor zwei Wochen gegründet. Noch sind sie 16 Mitglieder, vor allem Architekten, die kreative Projekte umsetzen wollen, die „Leben in die Stadt bringen.“ Noch sind die Bauprojekte Träume, im Wachzustand kümmert sich die Kooperative darum, den Gründungsprozess fertigzustellen.

kooperative-grosstadt.de, Pflichteinlage 1000 Euro.

Hallo Nachbar

Es ist eine auf den ersten Blick ungewöhnliche Mischung: Der Bavaria Taxiverein und der Deutschtürkenverband bilden die sieben Mitglieder starke Genossenschaft. „Wir können von unseren Unterschieden profitieren“, sagt Can Seven Münevver. Für ihr erstes Projekt wollen sie sich an eine ältere Genossenschaft hängen.

info@hn-eg.de, 1000 Euro Pflichteinlage, plus 2000 Euro Beitrittsgeld.

Bürgerbauverein

13 Mitglieder umfasst diese Genossenschaft, ihr Ansatz ist ein ökologisch-sozialer. So wollen sich die Genossen um einen Baugrund in der Öko-Mustersiedlung im Baugebiet Prinz-Eugen-Kaserne bewerben. Dort soll mit Holz gebaut werden, 80 Wohnungen will der Bürgerbauverein errichten. Unterkommen soll auch eine WG für Menschen mit Behinderung.

bbv-m.org, Pflichteinlage 1000 Euro, 500 Euro Beitrittsgeld.

Progeno

Sie sind von allen am Weitesten: Denn sie haben zusammen mit der Wagnis-Genossenschaft einen Baugrund im Prinz-Eugen-Park bekommen. Dort werden bis 2018 drei Baukörper entstehen, mit Wohnungen und einem Gemeinschaftsraum. Gerade wird ein Architekt gesucht.

progeno.de, Pflichteinlage 1000 Euro, wer eine Wohnung bekommt, zahlt zusätzlich ein Nutzungsentgelt.

 

5 Kommentare