Wohnen in München Vermieter kassierten 31.000 Euro zu viel

Ein traumhaftes Panorama – und ein heißes Pflaster, was Immobilien anbelangt. Derzeit steht einer starken Nachfrage ein mickiges Angebot gegenüber. Foto: dpa/AZ

Selbst Bewohner von Sozialwohnungen zahlen in München oft mehr, als sie eigentlich müssten. Ergebnis des vorigen Jahres: Von den insgesamt 664 geprüften Objekten waren 168 zu teuer.

 

Munchen - Der Münchner Mietpreis-Wucher macht selbst vor Sozialwohnungen nicht halt. Das städtische Planungsreferat überprüft regelmäßig die – eigentlich gedeckelten – Mietpreise von öffentlich geförderten Wohnungen. Ergebnis des vorigen Jahres: Von den insgesamt 664 geprüften Objekten waren 168 zu teuer. Das ist mehr als ein Viertel!

Bei 18 Wohnungen war die Überschreitung noch moderat: Da kassierten die Vermieter nur bis zu zehn Cent pro Quadratmeter zu viel. Alles darüber wird von der Stadt schon als „wesentlicher Verstoß“ eingestuft. Bei 36 Bleiben verlangten die Eigentümer bis zu 25 Cent mehr, als sie gedurft hätten.

Kräftig langten die Vermieter von 113 geförderten Wohnungen hin. Sie ließen ihre Mieter bis zu einen Euro pro Quadratmeter mehr bezahlen als erlaubt. Eine einzige Unterkunft lag sogar noch darüber. In den städtischen Wohnbaugesellschaften wurden keine Verstöße festgestellt. Die Konsequenzen für die Eigentümer: Sie mussten das an die Bewohner zurückbezahlen, was sie zuvor zu viel eingefordert hatten – insgesamt mehr als 31000 Euro. Sie senkten die Miete oder verzichteten zum Ausgleich auf zulässige Mieterhöhungen.

In München gab es laut Planungsreferat Ende vorigen Jahres bloß noch 38700 klassische Sozialwohnungen. Schon wieder 400 weniger als noch im Jahr davor. Die Häuser sind mit öffentlichen Darlehen gebaut worden, um Bleiben für einkommensschwache Münchner zu schaffen. Bis die Objekte dann irgendwann auch an zahlungskräftigere Mieter vergeben werden dürfen. Eigentlich sollten die drei Prüfer des Planungsreferats jedes Jahr rund fünf Prozent (also rund 2000 Wohnungen) des Bestands überprüfen. Aber das klappt nicht. Zu wenig Personal. Deshalb gibt’s bloß Stichproben „bei konkreten Hinweisen auf überhöhte Mietforderungen“, wie es heißt.

 

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