Wohnen auf 12 Quadratmetern Neue Heimat für diese Familie

Der Schlüssel zum Glück: Maklerin Sabine Feldmann (r.) mit Efterpi und ihren Kindern vor der neuen Wohnung. Foto: Mike Schmalz/immowelt.de

Eine Münchner Maklerin erfährt vom Schicksal der Familie – und hilft mit einer neuen Bleibe. „Wir sind so glücklich“

 

München - Eine eigene Küche, ein Bad, das man nicht mit Fremden teilen muss – für Efterpi und ihre beiden Kinder war purer Luxus, was für die meisten Familien eine Selbstverständlichkeit ist.

Auf nur zwölf Quadratmetern lebte die Mutter fast drei Jahre lang zusammen mit Pascal (17) und Stefania (16) in einem Zimmer.

Über die immowelt.de-Initiative „Verändere Deine Stadt“ fand die verzweifelte Mutter nun Hilfe. Jetzt konnte sie in eine 75 Quadratmeter große Wohnung ziehen.

Drei Jahre lang lebten zwei Teenager mit ihrer Mutter ohne Privatsphäre: erst in einer Pension, dann im Obdachlosenheim in Neuperlach. In dem zugewiesenen Zimmer mit der Nummer 1008 wurde zwischen Schlafcouch, Stockbett, Spinden, Kühlschrank, zwei kleinen Tischen und Winterreifen gewohnt, gegessen, gestritten und gelernt, alles auf zwölf Quadratmetern.

„Ich wusste sofort: Für die drei habe ich genau das Passende“

„Wir sind so glücklich, dass das jetzt endlich ein Ende hat“, jubelt Mutter Efterpi und hievt dabei blaue Säcke mit Kleidung vor die Tür, wo am Umzugstag ein eigens gemieteter Kastenwagen wartet. Dass die Familie endlich der furchtbaren Enge entfliehen kann, hat sie der Maklerin Sabine Feldmann zu verdanken.

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Die 49-Jährige betreut für die Gagfah Group (bundesweit rund 144 000 Mietwohnungen) die sozial geförderten Objekte im Großraum München. „Für mich ein ganz neues Feld, denn sonst vermitteln wir eher hochpreisige Immobilien“, schildert sie.

Auf der Suche nach passenden Mietern stieß sie auf die immowelt.de-Initiative und erfuhr so vom Schicksal der Alleinerziehenden und ihren Kindern: „Ich wusste sofort: Für die drei habe ich genau die passende Wohnung.“ Über die Homepage veraendere-deine-stadt.de nahm sie Kontakt zur Familie auf. Schon wenig später war der Mietvertrag unterschrieben. Gleich mehrmals fällt die Griechin der blonden Maklerin bei der Schlüsselübergabe um den Hals, auch die Kinder strahlen.

„Die beiden müssen sich nicht mehr schämen, können endlich Freunde einladen – und vor allem mal eine Tür zu machen“, erzählt die Mutter. Sohn Pascal lernt gerade für seinen Abschluss und träumt von einer Ausbildung bei der Polizei.

Stefania freut sich, in ihrem eigenen Zimmer in Ruhe lernen zu können. Auch Efterpi schmiedet nach langen Monaten der Resignation Zukunftspläne: Sie will eine Ausbildung zur Busfahrerin beim MVV machen.

Zum vollständigen Glück fehlt nur noch Hund Teddy

Ein Wermutstropfen trübt die Freude: Der kanadische Schäferhund Teddy war während der Zeit im Obdachlosenheim bei einer Pflegefamilie untergebracht. Nun hätten die drei ihr Familienmitglied gern zurück – doch der neue Besitzer verweigert die Herausgabe des Tieres. Die Familie will kämpfen: „Wir haben die Hoffnung bei der Wohnungssuche nicht aufgegeben, wir geben sie auch jetzt nicht auf!“ Nun muss ein Gericht entscheiden.

 

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