Wohneigentum Ein Volk von Mietern?

Das Eigenheim: Mehr Lebensqualität und Sicherheit für die Zukunft. Foto: BHW

Das Nettovermögen der deutschen Haushalte ist niedriger als in vielen anderen Euroländern. BHW-Chef Lars Stoy erklärt, wie sich das künftig ändern könnte

 

Das durchschnittliche Vermögen im Euroraum beträgt rund 109000 Euro. Hierzulande besitzt die Masse der Haushalte jedoch nicht einmal halb so viel, 51400 Euro. Angesichts der vielen Milliarden Euro an Stabilisierungshilfen für Länder wie Griechenland, Portugal und Zypern bergen solche Zahlen einigen politischen Zündstoff. Der Hauptgrund für das offensichtliche Ungleichgewicht ist der große Unterschied bei der Häufigkeit von Immobilieneigentum. Deutschland hat mit 45,7 Prozent die niedrigste Quote in der Eurozone. In Frankreich liegt der Anteil der Haushalte, die im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung leben, bei 57,9 Prozent und in Spanien sogar bei gut 82 Prozent.

Eigenheimträume wahr machen


Wenn es nach den Wünschen der Deutschen selbst geht, sollte diese große Diskrepanz bei der europäischen Wohneigentumsquote bald der Vergangenheit angehören. Die große Mehrheit möchte in den eigenen vier Wänden leben - und viele wollen diesen Traum lieber heute als morgen realisieren. Das zeigt die Zunahme der Wohnungsbaugenehmigungen und die große Nachfrage nach Bestandsobjekten nicht nur in den Ballungsräumen. Der Staat ist darum mehr denn je gefragt, Menschen, die an der Schwelle zum Wohneigentum stehen, zu unterstützen.

Neue Wege gehen


Lars Stoy, Vorstandsvorsitzender der BHW Bausparkasse, hat einige Vorschläge, wie sich das ändern könnte: „Städte und Gemeinden könnten hier einen wichtigen Beitrag leisten und ausreichend preiswertes Bauland ausweisen”, meint er. De facto werden oft Gewerbebauten wegen der damit verbundenen höheren Steuereinnahmen präferiert. Denkbar wären Landes- oder Bundesvorgaben für die Baulandausweisung. „Die Bereitstellung von Bauland müsste für die Kommunen attraktiver werden”, argumentiert Stoy. Vor allem in großen Städten gibt es viele Flächen, wie frühere Bahngelände oder Gewerbebrachen, die für den Wohnungsbau nutzbar gemacht werden könnten. Die Umwidmung von Wohnarealen in Gewerbe- und Bürogebiete sollte hingegen erschwert werden. Diese Maßnahmen könnten dazu beitragen, Bauland erschwinglich zu machen und mehr Menschen den Weg ins eigene Heim zu ebnen. Sein Fazit: „Es gilt umzudenken, damit Deutschland nicht weiter das europäische Schlusslicht bei der Wohneigentumsquote bildet.”

 

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