Wohn- und Lärmschutzbau GWG-Bau in der Josef-Felder-Straße: Nicht schön, aber...

Eine massive Front: 350 Meter lang (!) und sieben Stockwerke hoch wird der Wohn- und Lärmschutzbau der GWG an der Josef-Felder-Straße in Pasing. Foto: GWG

An der lauten Josef-Felder-Straße baut die GWG 339 preiswerte Wohnungen – in einem monströs-langen Lärmschutz-Bau.

Angestammte Pasinger glauben ihren Augen nicht zu trauen: Was in der Josef-Felder-Straße sieben Stockwerke in den Himmel wächst, ist eine massive Beton-Mauer – 350 Meter lang. "Angst-Riegel" wurde der monströse Schutzwall in der Verlängerung der Pasing Arcaden bereits getauft. "Schön ist anders, aber die Rückseite zur Landsberger Straße hin ist OK", sagt die Pasingerin Stefanie Winkler, eine Bauingenieurin. "Es ist keine schlechte Idee den Lärmschutz so zu machen. München braucht bezahlbare Wohnungen. Das verkraftet Pasing schon", sagt die 48-Jährige pragmatisch.

An der lauten Nordumgehung Pasing, parallel zur Haupt-Bahntrasse, entsteht das aktuell größte Neubauprojekt der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GWG: 339 Wohnungen, zwei Kindertagesstätten, ein Bürgertreff und eine Tiefgarage für 242 Autos.

Dieses Jahr soll die erste Kindertagesstätte bereits eröffnen. Bis Herbst 2019 sollen die Ein- bis Vierzimmerwohnungen bezugsfertig sein. Das Gros dieser Neubauwohnungen wird als Sozialwohnung vermietet, nur 50 sind frei finanziert. Das Evangelische Hilfswerk wird 39 Wohnungen an Menschen vermitteln, denen sonst Obdachlosigkeit droht.

Der Lärmschutz ist ein großes Plus für Pasing

Bauen an dieser dominanten Verkehrsachse in Pasing – für die Architekten war die Bauplanung auf dem Grundstück des ehemaligen Stückgutgeländes in der Nähe des Pasinger Bahnhofs eine Herausforderung.

Fröhliche Farben und Groß-Erker sollen die Fassade des außergewöhnlich langen Riegel-Baus an der NUP (Nordumgehung Pasing) auflockern. Im Moment, noch in der Rohbauphase, erschreckt der 350 Meter lange und massive Pasinger Wohn-Riegel viele Bürger nach dem Motto: "Pasing hat in den letzten Jahren viel von seinem Gesicht verloren – jetzt kommt auch noch dieses Monstrum." Lokalpolitiker Romanus Scholz sieht das Wohnbauprojekt allerdings positiv: "Der Bau ist schon lang. Aber er muss sich durchziehen für den Lärmschutz nach Süden hin." Der grüne Chef des Bezirksausschusses Pasing-Obermenzing hat eine Hoffnung: "Das Gebäude wirkt jetzt düster. Das sieht aber später ansprechender aus, wenn der Bau angestrichen ist und Bäume angepflanzt sind."

Das ambitionierte GWG-Projekt hat auf der anderen Seite ein großes Plus: Die Ruhe zur Landsberger Straße hin. Dort stehen bald vier lärmgeschütze Einzelhäuser (nur fünf Stockwerke hoch). Drumherum haben die Architekten unkonventionell und mutig schräg angelegte grüne Innenhöfe geplant. Schöne Loggien und große Balkone ermöglichen bei gutem Wetter einen weiten Blick – bis zu den Frauentürmen.

GWG-Bau in der Josef-Felder-Straße: Nicht schön, aber...
Der Blick Richtung Landsberger Straße: Die Architekten haben hier unkonventionelle Innenhöfe geplant. Visualisierung: GWG

Das klingt futuristisch: Der neue Wohnriegel wird mit dem nahen Shopping-Zentrum Pasing Arcaden verbunden – dazu dient bald eine lange Fußgänger-Brücke. Denn die Arcaden und der Gebäude-Riegel liegen an der gleichen lauten Straße.


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