Wo gibt's günstigen Wohnraum? Mieten, Kaufen, Wohnen: Ein Städte-Vergleich

Das ist laut Immobilien-Atlas 2015 die Stadt mit den günstigsten Mieten: Roding in der Oberpfalz. Foto: Alexander Laube

Wo sind Mieten richtig günstig und wo gibt es noch Wohnraum satt? Antworten darauf hat der Immobilien-Atlas.

 

Nein, es ist nicht die Stadt München, in der die Preise für Wohnungen im vergangenen Jahr am meisten gestiegen sind – das dürfte wohl das überraschendste Ergebnis des aktuellen Immobilien-Atlasses sein.

Demnach sind die Kaufpreise für Immobilien im vergangenen Jahr am meisten in Wolfsburg gestiegen. Mit einem Plus von mehr als 20 Prozent rangiert die VW-Stadt ganz oben. München liegt hingegen mit einer Teuerungsrate von „nur“ 9,3 Prozent im deutschen Mittelfeld.

Für die Studie haben Experten der Finanzzeitschrift „Euro“ insgesamt 90 Städte in deutschen Wachstumsregionen nach Mietpreisen, Kaufpreisen, Wohnraum-Knappheit und Bevölkerungsentwicklung verglichen. Wir haben uns den Städte-Vergleich einmal etwas genauer angesehen.

Die Mieten

Wer richtig wenig Miete bezahlen möchte, der könnte laut dem aktuellen Mietatlas in die Stadt Roding ziehen. Gerade einmal fünf Euro muss der Mieter in dem 11 000-Seelen-Städtchen pro Quadratmeter Wohnfläche bezahlen.

Wer es doch ein wenig Großstädtischer mag, für wäre auch die Stadt Leipzig eine Option. Der Mietpreis pro Quadratmeter hier: 5,60 Euro – ebenfalls ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass ein Mieter in München aktuell 13,09 Euro pro Quadratmeter bezahlt.

Mit diesem Kaltmiet-Preis ist München noch nicht einmal der Spitzenreiter. Das ist die Stadt Kampen mit 16,42 Euro pro Quadratmeter.

Die Kaufpreise

Die Städte München und Kampen sind auch die Spitzenreiter bei den Immobilienpreisen: 6887 Euro kostet den Quadratmeter in Kampen, 4459 Euro in München. Richtig günstig an Wohneigentum kommt man in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt: Der Durchschnittspreis pro Quadratmeter liegt in Magdeburg bei 928 Euro pro Quadratmeter. Fast genauso billig: Arnstadt. In der kleinen Kreisstadt in der Mitte Thüringens zahlt man rund 1001 Euro pro Quadratmeter.

Mieten oder Kaufen?

Diese Frage stellte sich irgendwann fast jedem – egal in welcher Stadt. Die aktuelle Studie kommt zu dem Ergebnis: In den meisten Städten lohnt sich der Immobilienkauf noch, wer sein Wohneigentum vermieten möchte, muss längerfristig allerdings mit sinkenden Renditen rechnen.

Der Immobilien-Atlas hat die 90 Städte auf ihre Mietrendite hin überprüft und kam zu dem Schluss: Überall, wo die Rendite unter vier Prozent liegt, sollte man lieber Mieter bleiben als Immobilienbesitzer werden. Das gilt aktuell für die Städte Roding, Memmingen, Pfaffenhofen a. d. Ilm, Konstanz, Erlangen und München. Hier steigen die Immobilienpreise längerfristig viel stärker als die Mietpreise.

Lesen Sie hier: Wohnen in München "Unter 1000 Euro wird es schwierig"

In München liegt die Mietrendite im Übrigen in fast allen Stadtvierteln unter vier Prozent (die Mietrenditen-Tabelle für die Münchner Stadtviertel finden Sie hier). Ausnahme: Feldmoching.

Der Wohnraum

Doch wieviel Wohnraum bieten die Städte auf die Dauer überhaupt. Auch darauf gibt der Immo-Atlas Antworten – mit seinem Knappheitsindikator. Je niedriger der Indikator, umso weniger Wohnraum gibt es.

Richtig eng wird es demnach in Deutschlands Hauptstadt. Der Index für Berlin liegt bei 42. Darüber liegt nur noch Griesheim, eine 26 000-Stadt 35 Kilometer südlich von Frankfurt. Jede Menge Platz hingegen hat Wolfsburg. Knappheitsindex: 315, dicht gefolgt von den Städten Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern (243) und Niederbayerns Bezirkshauptstadt Landshut (221).

Die Bewertungen

Mieten, Kaufpreise, Mietrendite – all das fassen die Experten im Immobilien-Atlas für jede Stadt in einem kleinen Kurzkommentar zusammen – der nicht immer schmeichelhaft ausfällt. So lautet das Urteil für Pfaffenhofen a. d. Ilm: „Schlafzimmer für München und Ingolstadt“, die Stadt Trier wird als „Zuflucht für Luxemburger, die sparen wollen“ bezeichnet und die Stadt Memmingen ist „Nichts für Renditejäger“.

Das Urteil für München fällt übrigens nüchtern und alles anderes als überraschend aus: „Die Preisrallye wird wohl anhalten“.

 

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