WM-Qualifikation Klinsmanns US-Boys ein Totalausfall

Bedient: US-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann. Foto: dpa/Archivbild

Rückschlag in der WM-Qualifikation: Trainer Jürgen Klinsmann hat mit der US-Nationalelf mit 0:2 in Guatemala verloren. Immerhin kann sich das Team schon am Dienstag revanchieren.

 

Guatemala-Stadt - Trainer Jürgen Klinsmann hat mit der Nationalmannschaft der USA eine herbe Schlappe in der WM-Qualifikation kassiert. Die Amerikaner verloren in Guatemala 0:2 (0:2).

Das US-Team rutschte in Gruppe C mit vier Punkten hinter Trinidad und Tobago (7 Punkte) und Guatemala (6) auf Rang drei ab, nur die zwei besten Teams erreichen die nächste Runde.

Rafael Morales (7.) und Carlos Ruiz (15.) sorgten in Guatemala-Stadt schon früh für die Tore, Guatemalas Schlussmann Paulo Motta hielt anschließend den Sieg fest. Nie zuvor hatte Guatemala in der WM-Qualifikation gegen die USA gewonnen, am Dienstag kommt es zum Wiedersehen in Columbus/Ohio.

"Für uns ist das natürlich enttäuschend. Wir haben zu viele Fehler gemacht. Auf internationalem Niveau darf man sich das nicht erlauben", sagte Klinsmann. Vor dem 0:1 stand kein US-Spieler am zweiten Pfosten, vor dem zweiten Treffer hatte Klinsmann eine ganze "Kette von Fehlern" gesehen.

Ex-Löwen-Stürmer Bobby Wood von Zweitligist Union Berlin stand in der Startelf der USA. John Brooks (Hertha BSC) und Fabian Johnson (Borussia Mönchengladbach) fehlten dagegen angeschlagen.

Die beiden Erstplatzierten der drei Vierergruppen erreichen die Endrunde, in der drei WM-Tickets ausgespielt werden. Der Viertplatzierte der Sechsergruppe muss in den Play-offs gegen einen Vertreter des asiatischen Verbandes antreten.

Remis für Schäfer und Jamaika

Trainer Winfried Schäfer wahrte in der WM-Qualifikation des Kontinentalverbandes CONCACAF mit Jamaika die Chance auf ein Weiterkommen: Gegen den zuvor verlustpunktfreien Tabellenführer Costa Rica kamen die Reggae Boyz in Kingston zu einem 1:1 (1:0).

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Je-Vaughn Watson (16.) brachte Jamaika in Führung, Johnny Acosta glich in der 67. Minute aus. Schäfers Mannschaft bleibt in Gruppe B mit vier Punkten Dritter hinter Costa Rica (7) und Panama (4). Die zwei besten Teams erreichen die nächste Runde.

Jubel um Rückkehrer Suarez


Nach fast zweijähriger Sperre wegen seiner Beiß-Attacke bei der Weltmeisterschaft 2014 meldete sich Uruguays Stürmerstar Luis Suarez eindrucksvoll zurück.

In der WM-Qualifikation traf der 29-Jährige am Freitag gegen Brasilien zum 2:2-Unentschieden und sicherte seiner Nationalmannschaft damit einen wichtigen Punkt auf dem Weg nach Russland. "Das ist, was man hofft, wenn man zurückkehrt: Der Mannschaft so gut es geht helfen zu können und heute habe ich das mit einem Tor getan", sagte Suárez.

Auch Trainer Óscar Tabárez zeigte sich zufrieden mit der Rückkehr seiner Sturmspitze. "Luis spielt nicht nur, er kämpft", sagte er. "Ich habe immer gesagt: Wenn die Strafe verbüßt ist, hat Uruguay die beste Verstärkung für die WM-Qualifikation, weil keine andere Mannschaft einen Spieler mit den Fähigkeiten von Luis hat."

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Die Gastgeber waren in Recife bereits nach 40 Sekunden in Führung gegangen. Willian passte auf Bayern-Star Douglas Costa, der eine kurzzeitige Unentschlossenheit der uruguayischen Verteidigung ausnutzte und zum 1:0 traf.

Brasilien zeigte sich in der ersten Halbzeit offensiv und kreativ. Die durch Verletzungen ausgedünnte Abwehr der Gäste kam immer wieder in arge Bedrängnis. Der brasilianische Kapitän Neymar versuchte es mal mit dem Kopf, mal mit dem Fuß, fand aber nicht zum Abschluss. In der 25. Minute passte er auf Renato Augusto, der nach einem Abwehrfehler von Álvaro Pereira auf 2:0 erhöhte.

Angesichts des Rückstands schalteten die Uruguayer die Offensive an. Nach geschicktem Passspiel von Pereira auf Carlos Sánchez traf Edinson Cavani in der 30. Minute mit einem satten Schuss mit links und verkürzte auf 2:1.

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In der 2. Halbzeit zog es Uruguay immer stärker vor das gegnerische Tor. In der 48. Minute war schließlich der Moment für Luis Suarez gekommen. Dank eines Torwartfehlers traf der Barça-Stürmer zum 2:2-Endstand. Die Schlussphase wurde von Fouls und Wortgefechten zwischen den Spielern bestimmt. Die Brasilianer Daniel Alves, David Luiz und Neymar sahen Gelb. Der brasilianische Kapitän muss bei der Partie kommende Woche gegen Paraguay deshalb aussetzen.

Auch Suarez wurde bei seinem ersten Spiel für die uruguayische Nationalmannschaft nach seiner Beiß-Attacke verwarnt. Uruguay trifft in der kommenden Woche auf Peru. Nach der Begegnung in Recife liegen beide Teams derzeit komfortabel in der Qualifikationszone - Uruguay mit zehn und Brasilien mit acht Punkten.

Messi feiert mit Argentinien

Triumphale Rückkehr von Lionel Messi: An der Stätte eines seiner bittersten Niederlagen zeigte der Weltfußballer endlich Führungsqualität im Nationaltrikot und nahm mit Argentinien gleich bei seinem ersten Einsatz in der laufenden Qualifikation zur WM-Endrunde 2018 dank des 2:1 (2:1) gegen Gastgeber Chile erfolgreich Revanche für das verlorene Elfmeterdrama im letztjährigen Copa-América-Finale.

"Von außen nur zuzuschauen, ist nicht einfach", sagte der Starstürmer des FC Barcelona anschließend, der dem Vize-Weltmeister verletzungsbedingt in den ersten vier Eliminatorias-Runden und vor allem bei der Auftaktniederlage gegen Ecuador und den anschließenden Unentschieden gegen Paraguay und Brasilien fehlte. Nach dem zweiten Sieg in Folge stellte der 28-Jährige jedoch klar: "Wir sind jetzt in der richtigen Spur."

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Die vier Partien am Gründonnerstag haben die Südamerikaner auf dem Weg nach Russland noch enger zusammengebracht. Wie hart der Kampf um vier Direkttickets und einen Play-off-Platz wird, zeigte sich beim 2:2 (1:1) von Spitzenreiter Ecuador gegen Paraguay, dem 3:2 (2:0) von Kolumbien in Bolivien und beim 2:2 (0:1) im Kellerduell Perus gegen Venezuela, wo jeweils erst Last-Minute-Treffer über die Punkteverteilung entschieden.

Gegen Chile nahm Messi nach dem frühen Rückstand durch Felipe Gutiérrez (11.) als Kapitän entgegen seiner enttäuschenden Auftritte im WM-Finale 2014 gegen Deutschland und vor 264 Tagen im Nationalstadion von Santiago im Copa-Endspiel das Heft des Handels in die Hand, kurbelte vor allem in Durchgang eins das Gaucho-Spiel kräftig an und jubelte überschwänglich nach dem Doppelschlag von Ángel Di María (20.) und Gabriel Mercado (25.).

Argentinien (8 Punkte) verbesserte sich auf Rang vier, Chile (7) fiel auf Platz sechs zurück. Beim Debüt von Trainer Juan Antonio Pizzi, gebürtiger Argentinier, wurden die gesperrten "Roja"-Titelhelden Arturo Vidal (FC Bayern) und Eduardo Vargas (Hoffenheim) schmerzlich vermisst.

In Quito wäre ein Bundesliga-"Greenhorn" dagegen fast zum Held des Abends geworden. Ingolstadts Wintereinkauf Darío Lezcano (38./59) ließ Paraguay (8 Zähler) nach Ecuadors Führung durch Enner Valencia (19.) jubeln, ehe Ángel Mena mit einem Treffer in der Nachspielzeit den Eliminatorias-Spitzenreiter (13) noch vor der ersten Niederlage bewahrte.

Chicharito trifft für Mexiko


Torjäger Javier Chicharito Hernandez vom Bundesligisten Bayer Leverkusen glänzte im Trikot der mexikanischen Nationalmannschaft. Beim 3:0 (2:0)-Auswärtssieg in Kanada in der WM-Qualifikation erzielte der 27-Jährige per Kopf das 1:0 (31.), zudem kam er auf eine Torvorlage und einen Pfostenschuss.

Mit neun Punkten aus drei Spielen liegt Mexiko in Gruppe A klar vor Kanada (4), El Salvador (2) und Honduras (1). Die zwei besten Teams der Vierergruppe erreichen die nächste Runde.

Australien auf Kurs

Die australische Nationalelef um die Bundesliga-Profis Mathew Leckie (FC Ingolstadt) und Robbie Kruse (Bayer Leverkusen) gewann in der Qualifikation 7:0 (2:0) gegen Tadschikistan und festigte durch den sechsten Sieg im siebten Spiel der 2. Runde seine Spitzenposition in der Asien-Gruppe B.

Leckie stand in der Startformation der Socceroos und wurde in der 76. Minute durch Kruse ersetzt. Torhüter Mitch Langerak (VfB Stuttgart) kam nicht zum Einsatz. In Adelaide trafen Nathan Burns und Tom Rogic jeweils doppelt.

Die acht Gruppensieger und die vier besten Zweiten erreichen die 3. Qualifikationsrunde. Nur Jordanien (13 Punkte) kann Australien (18) noch an der Spitze abfangen.

 

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