WM 2010 Wintermärchenhaft - Löw mit Happy End

Joachim Löw bibberte und zitterte am Spielfeldrand - mit Happy End Foto: dpa

CENTURON - Löw friert, zittert – und jubelt am Ende doch.Sein Chef möchte, dass er Bundestrainer bleibt, spricht aber auch schon über die Nachfolge.

 

„Ich bin froh, dass wir im Achtelfinale dabei sind.“ Joachim Löw war erleichtert, na klar. Schließlich hätte dieses Vorrundenspiel sein letztes als Bundestrainer werden können. Wurde es aber nicht, und so sprach er nach dem 1:0 wie immer ruhig und klar analysierend in die Kameras: „Man hat gemerkt, dass ein großer Druck auf der jungen Mannschaft lastet. Aber auch solche Spiele muss man gewinnen. Das haben wir geschafft, und darüber bin ich glücklich.“

Eine Manöverkritik folgte auf dem Fuß: „Wir hätten aus unseren Möglichkeiten mehr machen können. Im Spiel nach vorne waren wir nicht so zwingend, zu unpräzise im letzten Drittel. Wir haben auch Fehler gemacht, aber das kann man diesen jungen Spielern nicht vorwerfen.“

Am wenigsten wollte er dem einzigen Torschützen Mesut Özil vorwerfen, tat es auch nur ganz vorsichtig: „Bei seiner ersten Chance schießt er mitten aufs Tor, dabei kann er mit seiner Technik in die Ecken treffen“, meinte Löw und fuhr fort: „Özil zeichnet aus, das er seine zweite Chance klasse genutzt hat.“

Nun also gegen England. Löw freut sich schon: „Das ist immer was ganz Besonderes. Es ist klar, dass wir uns steigern müssen. Es gibt schon noch einiges zu verbessern.“ Wie lange er noch das deutsche Team verbessert, ist offen. Insider vermuten seit Wochen, dass Löw seinen Posten aufgibt nach der WM, egal wie sie ausgeht. Längst wird über seine Nachfolge spekuliert.

Sogar Louis van Gaal hat sich ins Gespräch gebracht: „Eine Qualität der deutschen Fußballer ist, dass sie immer 90 Minuten auch konzentriert Fußball spielen. Deshalb will ich gerne Coach der Nationalmannschaft werden.“ Sieht allerdings schlecht für ihn aus.

DFB-Präsident Theo Zwanziger erteilte van Gaal eine Absage. „Theoretisch könnte auch ein Ausländer Bundestrainer werden, praktisch ist die Zeit meiner Meinung nach noch nicht reif“, sagte Zwanziger in „Sport-Bild“. „Medial und auch unter den Fans würde das gewaltige Diskussionen auslösen, die in die Richtung gehen: Armutszeugnis für die eigene Trainerausbildung. Da spielt auch das Selbstwertgefühl des DFB eine wichtige Rolle, zumal wir glauben, in den vergangenen Jahren in unserer Trainerausbildung deutliche Fortschritte gemacht zu haben.“

Klingt eher so, als wäre Sportdirektor Matthias Sammer der Favorit auf die Löw-Nachfolge. Doch Zwanziger glaubt offenbar weiter daran, dass Löw trotz der Querelen um seine Vertragsverlängerung weitermacht: „Ich glaube, die entscheidende Frage für Löw wird sein: Habe ich eine Mannschaft, die mich reizt und motiviert, aus der ich noch etwas machen kann, oder habe ich keine? Deshalb bin ich im Umgang mit diesem Thema sehr ruhig und gelassen. Die Annahme, dass dieser Trainer zu dieser Mannschaft passt, ist das Allerwichtigste.“

Zwanziger jedenfalls meinte: „Löw weiß, dass der DFB ihn nicht im Regen stehen lässt, wenn es mal schlecht läuft. Meine persönliche Einschätzung und mein Wunsch ist es daher, dass Löw bleibt.“ Gestern stand Löw erstmal in der Kälte. Hinterher war ihm das egal. Sein Wintermärchen in Südafrika geht weiter. Im Achtelfinale gegen England. ps/ill/tbc

 

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