WM 2010 Buffon: «Will im Finale wieder dabei sein»

Gianluigi Buffon vor seiner Verletzung mit Gennaro Gattuso (r) beim Training. Foto: dpa

Centurion (dpa) - «Einer für alle, alle für Gianlugi Buffon!» Ab dem Spiel gegen Neuseeland kämpfen die Italiener bei der WM in Südafrika nicht mehr nur für ihre Titelverteidigung. «Im Finale will ich wieder dabei sein», verkündete der mit einem Bandscheibenvorfall ausgefallene Weltklassetorwart.

 

Seine «Azzurri» versprachen ihm bedingungslosen Einsatz. Allen voran Buffons furchtloser Vertreter Federico Marchetti. «Vor fünf Jahren habe ich dem Tod ins Auge gesehen, das hat mein Leben verändert», erklärt der Newcomer, warum er der größten Herausforderung seiner Karriere so gelassen entgegen sieht.

Wie durch ein Wunder überlebte er damals einen schweren Autounfall. «Ein schreckliches Erlebnis», erinnert sich der 27- Jährige Lockenkopf, und seine sonst so ruhige und feste Stimme wird brüchig. Zuvor waren seine beiden besten Freunde bei einem Verkehrsunfall getötet worden. «Weil ich mit dem Leben davongekommen bin, habe ich mir damals das Ave Maria eintätowieren lassen», erzählt der Keeper von Cagliari Calcio.

Als sein Vorbild Buffon vor vier Jahren den Weltmeisterpokal in Berlin gen Himmel reckte, spielte Marchetti noch in der vierten italienischen Liga. Sein Club AC Turin verlieh ihn immer wieder an alle möglichen Viertligisten. Erst nach der Pleite der Turiner endete Marchettis Odyssee im Sommer 2006 beim Zweitligisten AlbinoLeffe.

500 Euro zahlte der Club damals für Italiens heutigen WM-Keeper, dem dort endlich der Durchbruch gelang. Zwei Jahre später holte ihn Cagliari schließlich in die erste Liga - für 6,9 Millionen Euro! Heute wird sein Wert bereits auf 15 Millionen Euro geschätzt - Top- Clubs wie Juventus Turin und der AC Mailand haben schon ein Auge auf den Schlussmann geworfen, den Trainer Marcello Lippi vor einem Jahr in die Nationalelf holte.

Von dem plötzlichen Rummel lässt sich der Spätzünder nicht aus der Ruhe bringen: «Ich werde ein gutes Spiel machen», ist Marchetti überzeugt vor dem Auftritt in Nelspruit. Buffon kämpft mit einer von der FIFA genehmigten Spezial-Therapie für sein WM-Comeback. Das aber ist unwahrscheinlich. Solange Buffon nicht spielen kann, wird der für Marchetti «beste Torwart der Welt» sein Berater: «Buffon vertraut mir. Das ist wichtig», betonte der Mann aus Bassano del Grapa, der sich gegen die «Kiwis» auf «athletische und kopfballstarke Gegner und einen unberechenbaren WM-Ball» einstellt.

Dass Italien nach dem dürftigen 1:1 gegen Paraguay nochmal patzen könnte, ist für ihn unvorstellbar: «Ich denke nur an einen Sieg», betonte Marchetti. Die Abwehr vor ihm wird Lippi unverändert lassen, dann aber wohl ein Vierermittelfeld rund um Pirlo-Ersatz Riccardo Montolivo aufbieten. Vorne sollen Alberto Gilardino und Vincenzo Iaquinta gegen die «All Whites» stürmen, die sich nach ihrem Last- Minute-1:1 gegen die Slowakei nicht verstecken wollen.

«Du kannst nicht auf den Platz gehen und vor ihnen Angst haben», meinte Stürmer Chris Killen. Ihr erster WM-Punkt und die Rückkehr von Mittelfeld-Routinier Timothy Brown beflügeln die «Kiwis», die nach Meinung ihres Trainers Ricki Herbert ohnehin ganz gelassen sein können: «Egal, was gegen Italien passiert, sind wir noch nicht raus!»

 

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