Winterlicher Paffenwinkel Auf Winterwanderung zur Wieskirche

Nicht nur im Sommer ist die idyllische Wieskirche ein lohnendes Wanderziel. Foto: www.wikipedia.de/Gras-Ober

Die Wieskirche unweit von Steingaden ist Teil des Weltkulturerbes. Das Örtchen bietet Wanderungen mit wunderbaren Impressionen, wie sie sonst keiner zu sehen bekommt.

Jährlich besuchen rund eine Million Menschen aus aller Welt dieses anmutig zu Füßen der Ammergauer Bergen in eine faszinierende Wiesen- und Moorlandschaft eingebettete Rokoko-Juwel. Wenn die Kulturtouristen seltener werden und der erste Schnee diesen stillen Ort deckt, bieten sich Wanderern wunderbare Impressionen, wie sie sonst keiner zu sehen bekommt.

Vom Kloster aus durchs Filz

Die etwa dreistündige Rundwanderung ohne nennenswerte Höhenunterschiede beginnt in Steingaden. Dessen Wahrzeichen – das Welfenmünster – ist eine Sehenswürdigkeit mit romanischen Wurzeln, die auch Naturfreunde ansprechen wird. Parken kann man am besten auf dem verträumten Marktplatz vor dem ehemaligen Prämonstratenserkloster.

Von dort aus geht es rechts an der Klostermauer entlang aus dem kleinen Ort hinaus. An seinem letzten Haus, einem Heimgebäude, nehmen wir den Weg links am Bachlauf auf eine Höhe hinauf und kommen zu einer Kapelle. Hier treffen wir auf eine schmale Straße, der wir folgen.

Das Land öffnet sich unseren Blicken: links liegt der Badweiher in den Wiesen, vor uns das Dorf Litzau.

Die pure Romantik des Winters

Wir durchqueren den Weiler und gelangen in einen Wald, der hier nach rechts zu bereits den eigentümlichen Moorboden aufweist, der für diese Gegend typisch ist. Schnee und Raureif geben dem „Gschwandfilz“ im Winter ein geheimnisvolles Aussehen, das je nach Sonnenstand sehr reizvoll sein kann.

Verschneite Pracht vor Bergkulisse

Vom jenseitigen Waldrand aus ist die Wieskirche zu sehen. Ihre liebliche Umgebung steigert die visuelle Wirkung des Kirchenbaus und gibt ihm gerade im Winter eine überaus romantische Note. Weiß auf weiß steht dann die in der Mitte das 18. Jahrhunderts von Domenikus Zimmermann erbaute Wallfahrtskirche vor der Hohen Bleick (1.638 m) im Hintergrund.

Und es heißt, der gewiefte Architekt habe die charakteristische Form des Berges in der Dachkonstruktion seines Meisterwerks nachempfunden. Wir überqueren die Straße und wandern parallel zu ihr auf einem baumgesäumten Weg an der Katholischen Landvolkshochschule vorbei zur Wieskirche hinüber.

Après-Ski bis Winterreifen: darauf kommt's im Winterurlaub an

Nach eingehender Besichtigung bietet sich die Einkehr im benachbarten Traditionsgasthof Schweiger an, wo Zimmermann in der Zeit des Kirchenbaus wohnte.

Immer dem Mühlbach nach

Anschließend gehen wir zum großen Parkplatz der Kirche zurück und folgen der Beschilderung „Brettlesweg“. Dieser leitet uns auf leicht schwankenden Brettern sicher durch das weiße Moor. Im Winterwald halten wir uns rechts, nehmen den rechts abzweigenden Prälatenweg (auch König-Ludwig-Weg), der nach links leicht in eine Niederung hineinläuft. Es geht nun immer am rauschenden Neuhausbach entlang, auf dessen anderer Seite sich der Eulenwald erstreckt.

Das Wildwasser, die Weiden am Ufer und die bald auftauchende Schlögelmühle verleihen der Winterwanderung noch einmal ein überraschend anderes Landschaftsbild. Die hübsche Bachszenerie vor Augen, sind wir bald wieder in Steingaden angelangt. 

 

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