Wintereinbruch Schnee, Eis, Glätte: München rutscht aus!

Zum zweiten Adventswochenende wird es in der Fußgängerzone voll - und gefährlich. Innerhalb kurzer Zeit können die Wege wieder spiegelglatt werden. Foto: Katharina Alt

Eine Kaltfront schickt die Münchner aufs Glatteis: Nach hunderten Unfällen in den letzten Tagen wird es am Wochenende wieder besonders kritisch.

 

Aus dem Bummel durch die Stadt könnte am Wochenende ein Tanz auf dem glatten Eis werden. Die Wetterdienste melden Minusgrade und Schneefall. Wie schon am Donnerstag bringt die Kaltfront nicht nur schöne Schneeflocken, sondern auch gefährliches Blitzeis.

Die Stadt München mobilisiert alle Winterdienst-Kräfte, die sie hat: „497 Fahrzeuge und 670 Mitarbeiter waren im Einsatz“, sagt Horst Schiller, Abteilungsleiter Straßenunterhalt und -betrieb im Baureferat. Doch der Winterdienst kommt an manchen Stellen kaum durch. Deshalb kann es teilweise spiegelglatt werden. Ausgerechnet dann, wenn am zweiten Adventssamstag die Straßen und Wege rappelvoll sein werden.

Die Krankenhäuser bekamen schon in den letzen Tagen einen Vorgeschmack
auf den Anstieg der Rutsch-Patienten. Andreas Schmidt aus der Notaufnahme im Klinikum rechts der Isar sagt: „Am Donnerstag ging es richtig los, da kamen eindeutig mehr Menschen, die wegen der Glätte gestürzt waren.“ Die Glätteopfer hatten vor allem Brüche am Unterarm, an der Hand oder an den Rippen, aber auch sehr schmerzhafte Verletzungen wie einen Oberschenkelhals- oder Beckenbruch.

Dasselbe Bild im Uni-Klinikum in der Innenstadt: „Donnerstag und Freitag kamen wegen Sturzunfällen 30 Prozent mehr Patienten als sonst“, bestätigt eine Sprecherin. Auch die Polizei registrierte in dieser Zeit fast ein Drittel mehr Unfälle als in den Tagen zuvor. 153 waren es allein am Donnerstagabend. Trotz Streu-Kies: An manchen Stellen bleibt es extrem rutschig.

Das Problem für den Winterdienst: Weil viele Menschen unterwegs auf den Christkindlmärkten sind, dauert das Streuen länger. „In der Fußgängerzone können wir noch kleine Fahrzeuge einsetzen, aber auf dem Marienplatz müssen meine Männer zu Fuß durch“, erklärt Horst Schiller vom Baureferat. „Wir können hier keine Fahrzeuge einsetzen, das ist teilweise lebensgefährlich.“

Die Mitarbeiter des Winterdienstes müssen sich am Marienplatz durch die Menschenmassen „durchschlagen“, sagt Schiller – und mit der bloßen Hand oder kleinen Schaufeln Streu-Kies auswerfen. „Und immer aufpassen, dass sie niemanden damit berühren. Da verstehen die Leute keinen Spaß.“ Anstrengend und langwierig.

Auf den Straßen wird es ebenfalls gefährlich. Im München prallte ein Linienbus gegen einen Baum, ein Rentnerehepaar wurde von einem Auto erfasst.

Und auch auf den Überlandstraßen im Freistaat rutschen die Autos. In den vergangenen Tagen krachte es wegen glatt gefrorener Fahrbahnen besonders oft: Im südlichen Oberbayern kam es allein am Donnerstag zwischen 18 und 19 Uhr zu 200 Unfällen auf Glatteis.

Bei der Polizei in Niederbayern gingen an diesem Tag 500 Notrufe ein. Ein 19-Jähriger starb, es gab Dutzende Verletzte.

Ein Polizeisprecher warnt, dass noch immer viele Autofahrer mit Sommerreifen unterwegs seien – was auf schneeglatten Straßen zum tödlichen Verhängnis werden kann.

 

1 Kommentar