Drogen-Trucker außer Kontrolle Amokfahrt mit 26-Tonner: So stoppte ihn die Polizei

, aktualisiert am 24.01.2018 - 10:28 Uhr
Am Dienstagabend startete ein 26-Tonner eine Amokfahrt und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Die Hintergründe sind noch unklar. Foto: News 5

Am Dienstagabend lieferte sich ein unter Drogen stehender Lkw-Fahrer eine spektakuläre Verfolgungsjagd mit der Polizei. Dabei wurden insgesamt fünf Menschen verletzt, einer davon schwer.

Coburg - Szenen wie im Actionfilm spielten sich am späten Dienstagabend im Landkreis Coburg ab. Querbeet verfolgten zahlreiche Polizeistreifen einen 26-Tonner bei seiner Amokfahrt durch zwei Regierungsbezirke, bis sie ihn nach 80 Kilometern und anderthalb Stunden bei Untersiemau in Oberfranken stellen konnten. Der 38-jährige Fahrer wurde anschließend festgenommen.

Um kurz nach 21 Uhr wurde die Polizei darüber informiert, dass auf der A73 bei Erlangen ein unfallflüchtiger, schlangenlinienfahrender Sattelzug unterwegs sei. Als die Beamten den Fahrer zur Kontrolle anhalten wollten, stieg er auf das Gaspedal und begann seine Flucht Richtung Ebensfeld im Landkreis Lichtenfels. Dort drängte er einen anderen Lastwagen von der Straße.

Bereits hier war der Brummi mit Containerzug ohne Licht unterwegs, während er auf der linken Spur andere Verkehrsteilnehmer überholte und von der Polizei verfolgt wurde. Deren Anhaltesignale ignorierte der Fahrer komplett und verließ die Autobahn erst an der Ausfahrt Untersiemau. Nach einigen Abzweigungen landete der Mann schließlich in einer Sackgasse.

Fahrer rammte sich den Weg durch Polizeiautos frei

Obwohl er von mehreren Streifenwagen und Beamten umstellt war, gab der Fahrer nicht auf und verschaffte sich vollkommen rücksichtslos freie Bahn, indem er die zum Teil noch besetzten Polizeiautos kurzerhand aus dem Weg rammte. Die Fahrzeuge wurden dabei teilweise erheblich beschädigt, ein Beamter trug schwere Verletzungen davon.

Im weiteren Verlauf seiner Amokfahrt steuerte der 38-Jährige seinen 26-Tonner offensichtlich gezielt gegen ein bereits stehendes Auto auf der Gegenfahrbahn, dessen Fahrer glücklicherweise nur leicht verletzt wurde.

Ungebremst setzte der 26-Tonner danach seine Fahrt fort. Bei Tambach allerdings wäre dem Fahrer eine Rechtskurve in eine Senke beinahe zum Verhängnis geworden. Hier krachte er in die Leitplanke, drückte diese weg und walzte sie auf rund 40 bis 50 Meter nieder, wobei er fast in einem Ententeich landete. Einer Straßensperre wich der Mann kurzerhand aus und setzte seine Fahrt als Geisterfahrer im Gegenverkehr fort. An der Überleitung zur B289 bei Untersiemau gelang es dann den eingesetzten Polizeieinheiten, die Amokfahrt des 26-Tonners zu stoppen.

Helikopter beendet die Coburger Drogenfahrt

Der Besatzung eines zwischenzeitlich eingetroffenen Polizeihubschraubers gelang es dort, den Fahrer durch gezielten Einsatz des Scheinwerfers zu blenden und damit zum Anhalten zu zwingen. Die Beamten stürmten umgehend das Führerhaus, indem sie mit Schlagstöcken die Scheibe der Beifahrerseite einschlugen. Der Fahrer wurde sofort festgenommen.

Ersten Ermittlungen zufolge stand der 38-jährige Mann aus Schleswig-Holstein unter Drogeneinfluss. Die Kriminalpolizei Coburg und die Staatsanwaltschaft Coburg haben die Ermittlungen, insbesondere auch zum genauen Ablauf, aufgenommen. Personen, welche durch den Lastwagenfahrer gefährdet wurden, werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei Coburg unter der Telefonnummer 09561/645-0 in Verbindung zu setzen.

 

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