Wie geht es Michael Schumacher? Jean Todt: „Er kämpft weiter“

Langjährige Weggefährten: Jean Todt und Michael Schumacher (r.) Foto: dpa

22 Monate nach seinem Ski-Unfall bewegt das Schicksal von Michael Schumacher weiterhin die Formel 1. Für Ex-Ferrari-Chef Jean Todt bleibt er der Größte: „Manchmal vergessen wir, was er erreicht hat"

 

Jean Todt hielt eine Sekunde inne und atmete dann tief durch. Die Frage nach Michael Schumacher bewegte den ehemaligen Ferrari-Teamchef sichtlich. „Er ist ein enger Freund. Ich sehe ihn und seine Familie sehr oft“, sagte der Franzose mit leiser Stimme am Rande des Grand Prix von Mexiko.

22 Monate nach seinem Ski-Unfall nimmt die Formel 1 weiter Anteil am Schicksal des Rekordweltmeisters Schumacher. Sebastian Vettel fuhr in Mexiko sogar mit einem Bild seines Helden auf dem Helm.

Für Todt, heute Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA, ist Schumacher weiter der Größte. Die Bedeutung des Kerpeners für die Königsklasse habe ihm gerade erst der dritte Titelgewinn von Mercedes-Pilot Lewis Hamilton bewusst gemacht. „Es war interessant: Letzte Woche bei Lewis Hamiltons drittem Titel sah ich die Zahlen wieder, die Vergleiche zwischen Lewis und ihm. Ich bin sehr stolz auf Michael“, sagte Todt, der fünf der insgesamt sieben WM-Titel von Schumacher als Teamchef bei der Scuderia feiern durfte: „Manchmal vergessen wir, was er Großartiges erreicht hat. Er kämpft weiter.“

Schumacher hatte bei einem Skiunfall am 29. Dezember 2013 im französischen Méribel ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten und war in der Uniklinik Grenoble in ein künstliches Koma versetzt worden. Ende Januar 2014 war die Aufwachphase eingeleitet worden. Im Juni darauf teilte seine Managerin Sabine Kehm mit, dass der 46-Jährige nicht mehr im Koma liege. Seit September 2014 wird Schumacher in seinem Haus in Gland am Genfer See behandelt.

„In vielerlei Hinsicht ist er noch immer mein Held“

Vettel hat für das Rennen in Mexiko ein Bild seines Idols auf den Helm lackieren lassen. Es zeigt Schumacher beim Jubeln, mit in die Luft gestreckten Armen. Es erinnert an die Szenen in Mexiko-Stadt, als Schumacher vor 23 Jahren als Dritter erstmals in seiner Karriere auf das Podium fuhr. Was folgte, ist hinlänglich bekannt. 91 Rennsiege, sieben Weltmeistertitel und jede Menge weitere Rekorde.

Vettel ist längst auf den Spuren Schumachers, erst recht nach seinem Wechsel zu Ferrari vor der Saison. „Er war der Held meiner Kindheit. In vielerlei Hinsicht ist er noch immer mein Held“, sagte Vettel zuletzt nach dem Rennen in den USA. Seit seinem Amtsantritt bei der Scuderia und dem Wissen, was Schumacher alles bei Ferrari erreicht hat, sei der Respekt noch einmal gestiegen.

Doch er würde sich niemals als Nachfolger Schumachers sehen. „Natürlich ist es mein Ziel, mit Ferrari die WM zu gewinnen“, sagte Vettel, aber „ich würde es nicht wagen, darüber nachzudenken, mit Michael gleichzuziehen.“ In der Formel 1 ist und bleibt Michael Schumacher der Größte.

 

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