Wie die Sonne uns gesund und glücklich macht Unser Wunder-Stern

Sie ist der Mittelpunkt unseres Planetensystems und die Mutter allen Lebens: Nach vielen trüben Wochen beflügelt die Sonne jetzt Körper, Geist und Seele gleichermaßen.

 

München - Exakt 21 Stunden und 52 Minuten. So lange wird heute und morgen in München die Sonne scheinen. Am Samstag von 6 Uhr 50 bis 19 Uhr 44. Am Sonntag noch einmal zwei Minuten früher und zwei Minuten länger. Das erste Sommerwochenende, sagen die Meteorologen voraus. Sonne satt, bei Temperaturen von bis zu 25 Grad. Die Menschen atmen auf. Endlich Sonne. Schon der morgendliche Blick aus dem Fenster wirkt Wunder: Strahlend blauer Himmel, wärmende Sonnenstrahlen. Das erste Sonnenbad, das erste Weißbier im Freien locken. Wir gehen beschwingter in den Tag. Die Stimmung hellt auf nach trüben Wochen. Aber warum tut uns eigentlich dieser Himmelskörper so gut? Warum ist er wichtig, für Körper, Seele und Geist? Die AZ beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was bewirkt die Sonne?

Der Schlüssel dafür, dass uns die Sonne so beflügelt, ist ein winzig kleines Organ in unserem Gehirn, die Zirbeldrüse. Sie steuert die Hormonproduktion, die wiederum über unsere Stimmung entscheidet. Ist es grau in grau, gar dunkel überwiegt das Hormon Melatonin. Es steuert unseren Schlafrhythmus. Ist viel von ihm vorhanden, werden Kreislauf, Verdauung und Bewegungsapparat immer träger, wir werden erst müde, dann schläfrig.
Ein Übermaß an Melatonin – zum Beispiel in langen dunklen Winterzeiten – kann zu Dauermüdigkeit, Abgespanntheit, Kopfschmerzen, Migräne bis hin zu Depressionen führen – dem so genannten Winter-Blues.
Doch helles Tageslicht, Sonnenschein entzündet ein wahres Feuerwerk. Das Serotonin gewinnt die Überhand, es ist das Gute-Laune-Hormon. Wenn die Sonne auf nackte Haut scheint, bildet der Körper auch Vitamin D und körpereigene Opiate, wir bekommen einen – positiven – Drogenrausch. Ein Übriges tun die längeren Aufenthalte im Freien – die frische Luft lässt uns aufblühen.

Macht die Sonne Lust auf Sex?

„Die durchschimmernden Konturen schöner Brüste und die Bewegungen, die ohne dickes Gewand wieder erkennbar werden, wirken anregend”, sagt der Verhaltensbiologe John Dittami, Professor an der Uni Wien. Beflügelt wird die Triebkraft dabei vom ältesten und bewährtesten Aphrodisiakum überhaupt - der Sonne. Ohne das dämpfende Melatonin kommen seine lustfördernden Gegenspieler erst so richtig ins Wallen. Eine Kaskade von Sexualhormonen sorgt dafür, dass die Sonne vom Gehirn bis in den Unterleib spürbar wird, sagt der Gynäkologe Johannes Huber.

Ist die Sonne ungefährlich?

Leider nicht – denn sie kann der Sonne durch Sonnenbrand schwere Schäden hinzufügen, bis hin zum Hautkrebs. Doch mit wenigen Tricks können Sie sich davor schützen:

  • Gewöhnen Sie Ihre Haut an Sonnenbestrahlung.
  • Meiden Sie intensive Mittagssonne (11 bis 15 Uhr) – auch schon jetzt im Frühling.
  • Cremen Sie alle unbedeckten Körperpartien ausreichend mit Sonnenschutzmittel einer geeigneten Lichtschutzklasse ein.
  • Achten Sie bei Sonnenschutzmittel auf ein ausgewogenes UVB- und UVA-Schutz-Verhältnis.
  • Auch ohne Sonnenbrand kann die UV-Strahlung Ihrer Haut schaden.


Was bedeutet uns die Sonne?

Ohne die Sonne gäbe es uns nicht und überhaupt kein Leben auf der Erde. Das ist den Menschen schon seit Alters her bewusst. Viele auch frühe Kulturen verehrten den Himmelskörper als Gottheit. Mit seiner täglichen und jährlichen Wiederkehr waren zahlreiche Rituale verbunden. Im antiken Griechenland wurde der Sonnengott Helios verehrt, der täglich mit seinem Sonnenwagen über das Firmament fuhr. Der römische Sonnengott hieß Sol, ebenso wie die Sonnengöttin in der nordischen Mythologie.
Doch schon sehr früh beschäftigten sich die Menschen auch mit der praktischen Bedeutung der Sonne. Die Beobachtung ihrer Bahn, ihres Auf- und Untergangs, die Zeitpunkte von Tag- und Nachtgleiche waren die Voraussetzung für die Erstellung von Kalendern. Aber auch der günstigste Zeitpunkt für Aussaat und Ernte, das Eintreffen des Nilhochwassers im alten Ägypten oder die Zeit der für die Seefahrt gefährlichen Herbststürme ließen sich mit Hilfe des Sonnenstandes vorhersagen.
Lange galt die Erde als Mittelpunkt des Universums, um den unter anderem die Sonne kreist. Erst Galileo Galilei rückte die Sonne in den Mittelpunkt – jedenfalls unseres Sonnensystems. Heute weiß man, dass auch sie nur einer unter Abermilliarden Sternen ist.

Was ist die Sonne?

Die Sonne ist ein gasförmiger Himmelskörper mit einem Durchmesser von fast 1,4 Millionen Kilometern (Erde: 12700 Kilometer). Sie besteht zu mehr als 90 Prozent aus Wasserstoff, den Rest bilden Helium, Sauerstoff, Kohlenstoff, Neon und Stickstoff). Im Inneren ist die Sonne ein riesiger Fusionsreaktor der seit geschätzten 4,5 Milliarden Jahren Energie produziert – die Sonnenoberfläche auf mehr als 5000 Grad Celsius aufheizt. Und auch die im Schnitt 150 Millionen Kilometer von ihr entfernte Erde bekommt davon eine Menge Wärme ab. Am Wochenende werden wir es wieder 21 Stunden und 52 Minuten lang spüren.

 

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