"Wie am Marterpfahl" Niederbayern: Polizei fesselt Frau an Laternenmast

, aktualisiert am 04.08.2017 - 10:24 Uhr
Eine Frau wird mit Handschellen an einem Geländer angekettet (Symbolbild). Foto: imago/Rolf Kremming

Eigentlich sah alles nach einem gewöhnlichen Unfall aus. Doch dann kam die Tochter eines Verletzten an die Unfallstelle. Es folgte ein Polizeieinsatz, der nun ein juristisches Nachspiel haben könnte.

 

Landshut - Wie die SZ am Freitag berichtet, sei die Frau während der Unfallaufnahme derart in Rage geraten, dass die Polizeibeamten sie an einen Laternenmast ketteten.

Was war geschehen?

In Ergolding bei Landshut hatte ein Pkw-Lenker einen Rollerfahrer übersehen und erfasst. Der Rollerfahrer wurde dabei verletzt. Die Tochter des Mannes eilte an den Unfallort und geriet beim Anblick ihres verletzten Vaters offenbar derart in eine psychische Ausnahmesituation, dass sie nicht nur einen Schock erlitt, sondern auch mit dem Pkw-Fahrer, den Sanitätern und der Polizei aneinandergeriet.

Die Frau war dabei offenbar nicht zu beruhigen – der Aufforderung, den Unfallort zu verlassen, kam sie nicht nach. Schließlich griffen die Beamten dann zu dem außergewöhnlichen Mittel: mit Handschellen fesselten sie die Frau an einen am Straßenrand stehenden Laternenmast.

Anwalt: "Das verstößt gegen die Menschenwürde"

Wie lange diese Aktion dauerte, darüber gehen die Meinungen auseinander: "Fünf bis sechs Minuten", wird der Leiter der Polizeiinspektion Landshut, Helmut Eibensteiner, in der SZ zitiert. Hans Ulrich Jeromin, der von der Frau zwischenzeitlich eingeschaltete Anwalt, spricht hingegen von "mehr als einer Viertelstunde". Und er sagt: "Das war ja wie am Marterpfahl, das verstößt gegen die Menschenwürde."

Jeromin hat Akteneinsicht beantragt. Der Fall wird rechtlich geprüft.

 

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