Widerstand der Anwohner Wird die Sendlinger Straße komplett zur Fußgängerzone?

Autos könnten in der Sendlinger Straße bald der Vergangenheit angehören. Foto: Daniel von Loeper

Die Pläne gibt's schon länger – jetzt will sie die Stadt offenbar in die Tat umsetzen: Die Fußgängerzone in der Sendlinger Straße soll bis zum Sendlinger Tor erweitert werden. Die Anwohner wehren sich.

München - Schon seit drei Jahren ist der Bereich zwischen Färbergraben und Hackenstraße eine Fußgängerzone. Gegen den geplanten Probeversuch, die Flaniermeile bis zum Sendlinger Tor zu verlängern, formiert sich nun Widerstand von Seiten der Anwohner. 

Laut "SZ" soll der Stadtrat demnächst beschließen, dass die Autos bis zum Sendlinger Tor aus der Straße verbannt werden - noch ohne bauliche Veränderungen. Denn zuerst ist ein Testbetrieb geplant, der noch in diesem Jahr starten soll. Anschließend will der Stadtrat entscheiden, ob die Fußgängerzone dauerhaft erweitert wird.

Die Pläne gibt es schon seit einigen Jahren. Und schon damals wurde kontrovers darüber diskutiert. Vor allem die Gewerbetreibenden im Hackenviertel fürchteten, dass der Fokus durch eine Erweiterung der Fußgängerzone allzu sehr auf die Sendlinger Straße gelenkt wird - und die kleinen Blumenbinder, Stoff- oder Gebrauchswaren-Geschäfte in zweiter Reihe in Vergessenheit geraten. Der Widerstand der Ladenbesitzer rund um die Sendlingerstraße ist inzwischen in Zustimmung umgeschlagen. Wolfgang Fischer vom Interessensverband City Partner berichtet der "SZ", dass bei einer vor kurzem abgehaltenen Informationsveranstaltung die Zustimmung hoch gewesen sei.

Wehren wollen sich allerdings die Anwohner. Sie fürchten tiefgreifende Einschnitte durch die geplante Fußgängerzone. Dem "SZ"-Bericht zufolge artikulierten einige Anwohner am Dienstagabend auf einer Versammlung des Bezirksausschusses Altstadt-Lehel ihre Bedenken.

91 Parkplätze würden durch die Füßgängerzone weggfallen. Aus Sicht einiger Anwohner unzumutbar für Menschen, die darauf angewiesen sind mit dem Auto zum Arzt zu fahren. Des weiteren wird eine erhöhte Lärmbelästigung befürchtet, wenn sich der Lieferverkehr dann zwangsläufig auf die Morgen- und Abendstunden konzentriert. Rangierende Lkws seien auch für Kinder auf ihrem Schulweg gefährlich. Und schließlich sei zu befürchten, dass die Mieten steigen.

Auch im Bezirksausschuss selbst wurde kontrovers diskutiert. Die einen wollen weitere Fußgängerzonen in der Innenstadt kategorisch ablehnen. Andere wiederum plädieren dafür sich erstmal die Argumente und Vorschläge der Verwaltung zur Ausweitung der Fußgängerzone anzuscheuen, bevor man als Bürgergremium eine Stellungnahme abgibt.

 

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