Wettersteingebirge Neue Hütte am Höllental

Die alte Hütte ist nicht mehr zeitgemäß. Die Bausubstanz ist einfach fertig: Auf dem Bild erkennt man, dass die Jahre ihre Spuren an der Holzhütte hinterlassen haben. Foto: Wolfgang Kopp

Immerhin rund 4,5 Millionen Euro soll der zeitgemäße Neubau kosten. Deshalb sucht der Deutsche Alpenverein dringend Spender. Im September wird die alte Hütte abgerissen 

 

MÜNCHEN - Ein beliebtes Münchner Ausflugsziel macht sich hübsch: Die über 100 Jahre alte Höllentalangerhütte im Wettersteingebirge wird komplett abgerissen und durch eine moderne Wohnanlage ersetzt. Kosten: rund 4,5 Millionen Euro. „Die alte Hütte ist nicht mehr zeitgemäß. Die Bausubstanz ist einfach fertig“, sagt Hütten-Wirt Thomas Auer.

Bereits vor neun Jahren hat der Besitzer des Berg-Domizils, der Deutsche Alpenverein München (DAV), den Neubau beschlossen. Die behördlichen Auflagen und die Forderung, eine lawinenbeständige Wander-Station zu bauen, sind der Anlass für die „Neue Höllentalangerhütte“ in 1381 Höhenmetern. Die Baupläne liegen bereits fertig in den Schubladen. Funktional, praktisch und ganz auf die Bedürfnisse der Bergsteiger sei der Neubau zugeschnitten.

Es soll ein Vorzeigeobjekt für angewandten Umweltschutz werden. Ganz viel Holz und heimische Baustoffe werden verbaut. Deshalb endet der Hüttenbetrieb, der von Mai bis Mitte Oktober andauert, bereits heuer am 8. September. Dann kommt die Abrissbirne. Wirt Auer erklärt: „Voraussichtlich bleibt die Hütte 2014 ganz geschlossen.“

2015 soll es wieder losgehen. Gerade für Familien ist der Aufstieg zur Höllentalangerhütte geeignet. Mit Kindern ab acht Jahren ist die Wanderung ideal. Der Startpunkt liegt in Hammersbach, einem Ortsteil von Grainau gleich neben Garmisch-Partenkirchen. Hammersbach ist auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, vom Bahnhof Garmisch fährt ein Bus.

Den Wanderer erwartet ein zweistündiger abwechslungsreicher Aufstieg durch die Höllentalklamm mit verschlungenen Wegen, zahlreichen Tunneln und spektakulären Wasserfällen. Der Weg ist nur in der schneefreien Jahreszeit zugänglich.

Ein finanzielles Problem belastet allerdings noch den Neubau: die hohen Kosten kann der DAV allein nicht stemmen. Allein der Lawinenschutz verschlingt zirka eine Million Euro. Darum hat der DAV einen Spendenaufruf gestartet. Ob 100, 250 oder 500 Euro – der Spender erhält als Dank und sichtbare Erinnerung für sein Engagement als Hüttenförderer eine Baumscheibe mit Namensplakette. Je höher die Spende, desto dicker (11 bis 20 Zentimeter) die Holzscheibe.

Eine Berghütte mit Tradition

Die Höllentalangerhütte wurde bereits vom Deutschen Alpenverein Sektion München (DAV) als Zwischenstation zur Zugspitze geplant. Am 16. Juni 1894 wurde die Hütte mit damals 22 Schlafplätzen eingeweiht. 1907 folgte der Anbau eines Wirtschaftsraumes.

Der immer stärker werdende Tourismus forderte immer mehr Erweiterung der Hütte. Die Decken wurden erhöht, um zunächst acht neue Schlafplätze zu schaffen. 1925 kamen nochmals 50 Nachtlager in einer angebauten Baracke dazu. 1963 riss eine Lawine den Anbau weg. Er musste erneuert werden. Die Übernachtung inklusive 3-Gänge-Menü kostet aktuell pro Person 24 Euro.

 

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