Wetterlage in Europa steht Kopf Sibirische Peitsche knallt den Frühling weg

Wie hier in Moskau beherrschen Frost und Schnee seit über vier Wochen weite Teile Europas, kalte Luft aus Sibirien drückt das normalemitteleuropäische Frühlingswetter immer weiter nach Süden. Foto: dpa

Das Wetter in Europa spielt verrückt, die Sibirische Kälte drängt Frühling ab. Doch Ostern soll es etwas milder werden: „Die extreme Kälte haben wir hinter uns“.

 

München – Sibirische Kälte in fast ganz Europa, und das Ende März. Im Norden Deutschlands werden Kälterekorde verzeichnet, am Mittelmeer regnet es bei bescheidenen Temperaturen. „Die Großwetterlage steht Kopf“, sagte Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Montag.

Die weiträumige Zirkulation sei verschoben, die sogenannte Westwindzone nach Süden verrückt. Aber nicht die Wetterlage an sich sei ungewöhnlich, sondern die lange Dauer.

Ostern werde sich die Großwetterlage nicht grundsätzlich ändern, aber die Gegensätze schwächten sich ab: „Die extreme Kälte haben wir hinter uns“, sagte Friedrich. Das Feiertagswetter werde in Deutschland nicht wirklich schön, aber etwas milder mit Regen.

Seit über vier Wochen beherrschen Frost und Schnee weite Teile des Kontinents, kalte Luft aus Sibirien drückt das normale mitteleuropäische Frühlingswetter immer weiter nach Süden. „Das kommt nur alle 10 bis 20 Jahre vor“, sagte Friedrich.

Mit dem Klimawandel und dem Trend zur Erderwärmung habe das aber nichts zu tun: „Es ist eine Laune der Natur im chaotischen System Wetter.“ In Deutschland hat es vor allem den Nordosten getroffen, wo die Kaltluft zuerst ankommt. Dort werde der März voraussichtlich an vielen Orten als kältester und schneereichster März seit Beginn der Aufzeichnungen 1901 in die Geschichte eingehen, sagte Friedrich.

Gemessen am langjährigen März-Mittelwert sei es in Mecklenburg-Vorpommern bisher um 3,6 Grad zu kalt gewesen. An einigen Orten fielen Rekorde, so im brandenburgischen Coschen: Minus 19 Grad wurden dort in der Nacht zum vergangenen Sonntag gemessen, noch nie war es in Brandenburg Ende März so kalt.

Im Norden Deutschlands war es nach Angaben der Meteorologen besonders kalt, weil die Schneedecke den Effekt verstärkte.

 

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