Wetterchaos bei Olympia Toter Schnee und dichter Nebel

Am Montag verhindern Wetterkapriolen, dass die Biathleten und Snowboarder starten können. „Als würde man sechs Formel-1-Autos in den Tunnel schicken und dann das Licht ausmachen.“

 

Sotschi - Plötzlich waren sie fast weg: Die Olympischen Ringe. Verschwunden im dichten Nebel in Krasnaja Poljana. Der Massenstart der Biathleten, der am Sonntag bereits wegen Nebels auf den Montag verschoben wurde, musste auch gestern abgesagt werden. Erst verhinderte dichter Nebel einen Start, als der Himmel endlich aufriss, hatten die warmen Temperaturen und das massenhaft verwendete Salz die Strecke derart mitgenommen, dass an einen fairen Wettkampf nicht zu denken war. „Die Entscheidung ist klug. Die Strecke war in weiten Teilen totale Pampe“, sagte Männer-Bundestrainer Mark Kirchner, „durch das viele Salz ist der Schnee tot.“

Der Wettbewerb soll nun um Dienstag ausgetragen werden. „Die dauernden Verschiebungen stören die Vorbereitung enorm, es ist kaum möglich, die Anspannung in der Kabine dauernd hoch zu halten“, ärgerte sich der Deutsche Arnd Peiffer trotzdem.

Die Biathleten waren nicht die Einzigen, die unter den Wetterkapriolen zu leiden hatten, Auch das Snowboardcross-Rennen der Männer fiel dem Nebel zum Opfer. Nach mehreren Verschiebungen entschied sich die Jury, das Event abzusagen, das Rennen soll nun am Dienstag (7.30 Uhr) stattfinden. „Es muss so früh sein, denn am Nachmittag erwarten wir einen Wettereinbruch“, sagte Renndirektor Uwe Beier. „Es gab keine Alternative zu dieser Absage. Bei diesem Wetter kannst du nicht starten. Unsere Sportart ist nicht ungefährlich. Bei dem Nebel zu starten, das wäre, wie wenn man sechs Formel-1-Autos in den Tunnel schickt und dann das Licht ausmacht“, sagte Oliver Kraus, Sprecher der deutschen Snowboard-Crosser.

Wegen der immer schwieriger werdenden Wetterbedingungen wurde auch der Riesenslalom der Frauen vorverlegt. Statt wie geplant um 8.00 Uhr werden Ski-Queen Maria Höfl-Riesch & Co. bereits um 6.30 Uhr auf die Piste gehen. Die Spiele 2010 in Vancouver waren schon eine Wetterlotterie, auch in Sotschi geht es jetzt heiß her. Erst frühlingshafte Temperaturen um die 20 Grad, jetzt Nebel. Olympia bibbert – nicht vor Kälte, sondern vor Angst, was das Wetter noch bringt.

 

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