Westend Hannes Ringlstetter: "Meine Kreativwerkstatt“

Essen, trinken, denken: Kabarettist Hannes Ringlstetter nutzt die Ruhe im Biergarten zum Genießen und Sinnieren. Foto: Petra Schramek

Hannes Ringlstetter (43), Kabarettist und Schauspieler, über den Biergarten „Zur Schwalbe“ im Westend

 

Westend Ich bin vor einem Jahr ins Westend gezogen und wollte dann gleich hier Geburtstag feiern. Da habe ich dieses Kleinod entdeckt: den Biergarten „Zur Schwalbe“.

Es ist ein wunderschöner Kastanienbiergarten, ich liebe diese Bäume. Dazu kommt, dass er im Hinterhof liegt und man etwas versteckt ist – sehr gemütlich. Es gibt gutes Bier, und die Leute sind gelassen. Hier verirrt sich keine Szene her, der Schicki-Micki bleibt draußen. Es war eine tolle Feier, und seither bin ich immer wieder hier. Meistens mit meiner Familie, einem Spezl oder auch sehr gerne allein.

Am liebsten mag ich Biergärten, wenn sie eher klein und ruhig sind wie hier: eine Oase der Unaufgeregtheit. Als Künstler brauche ich diese Ruhe, um kreativ zu sein. Die Einfälle kommen zwar vom Erleben, aber es braucht die Stille, damit sich im Kopf was bewegt. Im Winter finde ich diese Ruhe vor dem Kaminfeuer, im Sommer im Biergarten. Der wird dann zur Kreativwerkstatt.

Außerdem bin ich ja ein großer Zeitungsleser und auch das tue ich am liebsten im Biergarten.

Was ich gar nicht mag: Party-Volk, brüllende Menschen, Blasmusik – das brauche ich wirklich nicht. Diese Leute haben die Biergarten-Kultur nicht begriffen. Dort sitzt man, um das Leben passieren zu lassen und nicht, um ein Event daraus zu machen.

Wobei der Spaß natürlich schon zu einem Biergartenbesuch gehört. Dafür hab’ ich früher noch selbst gesorgt. Ich habe lange Zeit in Regensburg in einem Biergarten gearbeitet, als Schankkellner und Bedienung. Damals hatte ich noch lange Haare, da war ich dann die „Johanna“. Eine harte, aber lustige Zeit.

Heute lasse ich es im Biergarten gemütlich angehen und esse gern auch was Gutes. Wenn man bisserl was trinken will, ist eine Unterlage nicht schlecht, etwas im Schweinsbratenbereich oder ein Schnitzel. Ich bin außerdem ein großer Fan von Steckerlfisch, den gibt es hier auch manchmal.

Das Essen selbst mitzunehmen, fand ich schon immer komisch. Ich will mich nicht kümmern, sondern ich gehe in den Biergarten, damit jemand anderes mir etwas Gutes macht. Ich bin auch viel zu spontan, um so etwas zu planen. Wenn ich Zeit für den Biergarten finde, will ich nicht vorher noch einkaufen und Sachen für die Tupperparty im Biergarten sammeln.

Protokoll: Christian Pfaffinger

„Zur Schwalbe“, Schwanthalerstraße 149, 80339 München, 2323 9665, geöffnet täglich 11 bis 1 Uhr.

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